Studie: Internationale Azubis stärken das Handwerk
Ein Projekt des itb untersucht, wie internationale Auszubildende das Handwerk unterstützen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass diese – vor allem in Gewerken mit gravierendem Nachwuchsmangel – einen wichtigen Beitrag leisten können.
Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräfte- und Nachwuchsmangels analysiert das Institut für Technik der Betriebsführung im DHI (itb), wie internationale Auszubildende zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Handwerk beitragen. Die Zwischenbilanz: Die Azubis aus aller Welt können einen wichtigen Beitrag leisten. Ihre erfolgreiche Integration erfordert jedoch gezielte Unterstützung, klare Rahmenbedingungen und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure.
Vorsprung für das Handwerk durch internationale Fachkräfte
Das itb untersucht im Forschungsprojekt Hand-In, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration der Azubis notwendig sind. Das Projekt will Handwerksorganisationen und Betriebe mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen sowie praxisnahen Handlungsempfehlungen unterstützen. Erste Erkenntnisse basieren auf Interviews mit Mitarbeitenden von Handwerksorganisationen und weiteren Akteuren aus dem handwerklichen Umfeld.
Unterschiedliche Bedeutung je nach Branche
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Rekrutierung internationaler Auszubildender – insbesondere in Gewerken mit gravierendem Nachwuchsmangel – aus Sicht der Befragten einen wichtigen Beitrag leisten kann. Die Bedeutung variiert je nach Branche: Einige Sektoren sind bereits auf internationale Nachwuchskräfte angewiesen, während andere bislang ausreichend Bewerberinnen und Bewerber im Inland sehen.
Viele Betriebe stehen der Ausbildung junger Menschen aus dem Ausland offen gegenüber, reagieren in der Praxis allerdings oftmals noch zurückhaltend. Sie nennen als Gründe dafür
- den erwarteten organisatorischen und finanziellen Aufwand,
- rechtliche Unsicherheiten sowie
- begrenzte Möglichkeiten zum persönlichen Kennenlernen vor Ausbildungsbeginn.
Betriebe mit ersten Erfahrungen berichten jedoch von hoher Motivation und Lernbereitschaft internationaler Auszubildender.
Die Handwerksorganisation unterstützt Betriebe
Handwerksorganisationen übernehmen eine zentrale Rolle bei der Beratung und Unterstützung von Betrieben. Sie beraten zu rechtlichen und organisatorischen Fragen, unterstützen bei der Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber und begleiten Integrationsprozesse. So bauen sie Unsicherheiten ab und vermitteln realistische Erwartungen.
Zu den zentralen Herausforderungen zählen nach Ansicht der Befragten bürokratische Verfahren, Sprachbarrieren, die Wohnungssuche und die soziale Integration. Erfolgreiche Beispiele zeigen: Gute Vorbereitung, feste Ansprechpersonen im Betrieb, eine offene Unternehmenskultur und das Nutzen bestehender Unterstützungsangebote sind entscheidende Erfolgsfaktoren.
Die Berater in den Handwerkskammern helfen Ihnen bei Rechtsfragen gerne weiter!
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Text:
Anne Kieserling /
handwerksblatt.de
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