Auf dem Bau arbeiten viele Menschen zusammen. Dort ist es besonders schwer, die Hygiene-Vorschriften zum Corona-Schutz einzuhalten, sagt die IG BAU.

Auf dem Bau arbeiten viele Menschen zusammen. Dort ist es besonders schwer, die Hygiene-Vorschriften zum Corona-Schutz einzuhalten, sagt die IG BAU. (Foto: © Jozef Polc/123RF.com)

Gewerkschaft beklagt mangelhafte Corona-Disziplin auf Baustellen

Betriebsführung

Sammeltransporte, Pausen und die Unterbringung von Bauarbeitern sind große Gefahrenquellen, bei denen die Corona-Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden, warnt die IG BAU.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt eindringlich davor, Abstands- und Hygieneregeln auf Baustellen zu ignorieren.

Auf Deutschlands größter Baustelle am Frankfurter Flughafen sind beim Neubau vom Terminal 3 bislang 15 Bauarbeiter positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Gefährlich seien insbesondere Sammeltransporte zu Baustellen. Bei den Infizierten handele es sich um Baubeschäftigte zweier Subunternehmen, die Schalungs- und Eisenflechtarbeiten gemacht hätten, so die Bau-Gewerkschaft.

"Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren", so IG BAU-Chef Feiger. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) hatte verlauten lassen, man trage "Sorge dafür, dass im Arbeitsalltag die gebotenen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden können". Genau dies stehe allerdings im Widerspruch zu dem, was die IG BAU Tag für Tag auf den Baustellen feststelle, sagt der Arbeitsschutz-Experte der Gewerkschaft, Gerhard Citrich.

Sammeltransporte und mangelnde Hygiene

"Gefährlich sind insbesondere Pausen, bei denen Bauarbeiter dicht an dicht im Bauwagen sitzen. Ebenso Sammeltransporte zu Baustellen mit dem Bulli. Die sind bei vielen Firmen schon wieder oder immer noch gang und gäbe", berichtet Citrich. Auch die Hygiene sei auf vielen Baustellen ein enormes Problem: "Oft haben Bauarbeiter nicht einmal die Möglichkeit, sich am Waschbecken mit fließendem Wasser und Seife die Hände zu waschen. Von Desinfektionsmittelspendern ganz zu schweigen", berichtet der IG BAU-Arbeitsschutz-Experte.

Zudem sei die Unterbringung von Bauarbeitern – insbesondere bei Werkvertragsbeschäftigten – ein "dunkles Kapitel". Gerade auch hier lauere ein enormes Risiko einer Corona-Infektion.

Tarifrunde zum Gespräch über Corona-Erfahrungen nutzen

Die IG BAU kündigte an, diese Defizite mit den Arbeitgebern intensiv besprechen zu wollen. Am 26. August treffen sich IG BAU sowie die Arbeitgeberverbände von Bauhandwerk (ZDB) sowie Bauindustrie (HDB) zur Schlichtung in der festgefahrenen Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe. Dabei soll es neben der Lohnforderung der IG BAU von 6,8 Prozent auch um die Fahrten zur Baustelle gehen: Die Wegezeit werde hier insbesondere auch vor dem Hintergrund der in der Corona-Pandemie gemachten Erfahrungen zur Sprache kommen.

Quelle: IG BAU

Tarifstreit IG Bau droht mit Stillstand auf Baustellen

Text: / handwerksblatt.de

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