"Höhere Baukosten sind vorprogrammiert", warnt die Bauwirtschaft.

"Höhere Baukosten sind vorprogrammiert", warnt die Bauwirtschaft. (Foto: © Ralf Kalytta/123RF.com)

Mindestlohnerhöhung: Bauwirtschaft warnt vor steigenden Baukosten

Betriebsführung

Die Bauwirtschaft warnt vor höheren Baukosten, wenn der gesetzliche Mindestlohn auf zwölf Euro steigt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat die Erhöhung noch für dieses Jahr angekündigt.

Die Ampel-Koalition plant eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro voraussichtlich zum 1. Oktober. Derzeit liegt er bei 9,82 Euro, zum 1. Juli steigt er planmäßig auf 10,45 Euro. Die Kritik an der Anhebung auf zwölf Euro von Arbeitgeberseite ist teilweise groß, auch viele Branchen im Handwerk sehen die Mindestlohnerhöhung kritisch.

So warnt die Bauwirtschaft, ein Dachverband von 15 Bauverbänden, der 360.000 Betriebe repräsentiert, vor steigenden Baukosten. Eine Umfrage unter den Mitgliedsverbänden - unterschiedliche Gewerke der Bau- und Ausbauwirtschaft -, habe gezeigt, dass die "politisch motivierte Anhebung sich bei der Teilen einiger Branchenverbände unmittelbar auf das Tarifgefüge für die einfachsten Bauhilfstätigkeiten auswirken wird", berichtet der Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer.

Die Tariflöhne für Facharbeiter seien davon nicht betroffen. Sie liegen in der Regel über dem gesetzlichen Mindestlohn. "Die geplante Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns ignoriert bestehende tarifliche Regelungen, die mit den Gewerkschaften abgeschlossen worden sind", kritisiert Nachbauer.

Kritik der Gebäudereiniger Lesen Sie hier, was das Gebäudereiniger-Handwerk zu den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sagt.

Nachbauer: "Gesetzgeber pfuscht ins Tarif-Handwerk"

Marcus Nachbauer ist Gerüstbau-Unternehmer und Vorsitzender der Bundesvereinigung der Bauwirtschaft. Foto: © BVB Cornelis GollhardtMarcus Nachbauer ist Gerüstbau-Unternehmer und Vorsitzender der Bundesvereinigung der Bauwirtschaft. Foto: © BVB Cornelis Gollhardt

Die Bau- und Ausbauwirtschaft gehöre nach dem öffentlichen Dienst zu dem Wirtschaftszweig mit der höchsten Tarifbindung der Betriebe in Deutschland, sagte Nachbauer. "Der Gesetzgeber pfuscht mit der geplanten Erhöhung im wahrsten Sinne des Wortes den Bau- und Ausbauhandwerksbetrieben ins Tarif-Handwerk."

Damit würden tarifliche Regelungen verdrängt und damit in die Tarifautonomie eingegriffen. Am Ende stelle jeder Lohntarifvertrag eine "fein austarierte Vergütungssystematik" dar, die durch den staatlichen Eingriff aus dem Lot gerate, kritisiert der Gerüstbau-Unternehmer aus Rheinland-Pfalz.

Die Mindestlohnerhöhung setze aber auch die anderen Tarifgruppen für Facharbeiter oberhalb der zwölf Euro unter Druck. Höhere Baukosten seien vorprogrammiert. Man bleibe bei einer   Ablehnung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro. Nachbauer: "Wenn es aber sein muss, dann sollte der gesetzliche Mindestlohns nur stufenweise erhöht werden."

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Text: / handwerksblatt.de

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