Zum ersten Mal erhält in Düsseldorf ein Meister-Jahrgang zusätzlich zu den gedruckten Dokumenten digitale Meisterbriefe und Zeugnisse, deren Echtheit durch Blockchain-Technologie dauerhaft gesichert ist. Ein bundesweites Novum.

Zum ersten Mal erhält in Düsseldorf ein Meister-Jahrgang zusätzlich zu den gedruckten Dokumenten digitale Meisterbriefe und Zeugnisse, deren Echtheit durch Blockchain-Technologie dauerhaft gesichert ist. Ein bundesweites Novum. (Foto: © Volker Schlichting/123RF.com)

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Neu: Erster digitaler und fälschungssicherer Meisterbrief

Die Handwerkskammer Düsseldorf gibt als erste HWK in Deutschland digitale Meisterbriefe zusätzlich zur Schmuckurkunde aus. Die Dokumente sind fälschungssicher und jederzeit verifizierbar.

Der aktuelle Meisterjahrgang der Handwerkskammer Düsseldorf ist der erste bundesweit, der dank moderner Blockchain-Technologie zusätzlich zur traditionellen Schmuckurkunde digitale Meisterbriefe erhält. Die Dokumente sind fälschungssicher und jederzeit verifizierbar. "Über 90 Prozent der Absolventen haben das Angebot angenommen", berichtete Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert bei der Meisterfeier im PDS-Bank Dome in Düsseldorf am 13. Juni.

Der Hintergrund ist, dass Meisterbriefe, aber auch Gesellenbriefe und andere Zertifikate immer häufiger als Fälschung im Umlauf sind. Das Phänomen gibt es schon länger, aber die Fälle häufen sich aufgrund verbesserter Tools im Internet. Mehrere Anbieter aus Asien oder Russland bieten sogenannte "Schmuckurkunden" für wenige Euro, die täuschend echt sind. Sie verwenden auch Logos der HWK oder IHK. Unternehmen sind aufgerufen, die Urkunden ihrer Bewerber immer genau zu prüfen.

Der Meisterbrief genießt ein hohes Ansehen und öffnet viele Türen, der Abschluss ist dem akademischen Bachelor-Abschluss gleichgestellt. "Die Meisterbriefe werden gefälscht, weil sie im Markt einen hohen Wert und ein hohes Vertrauen genießen", betont Präsident Ehlert. "Genau dieses Vertrauen schützen wir mit unserer Technologie."

Sollte in der neuen "Deutschland-App" integriert sein

Dass sich die überwiegende Mehrheit der 905 Absolventinnen und Absolventen für den digitalen Meisterbrief entschieden haben, sei ein starkes Signal. "Und ich bin mir sicher. Viele von Euch würden sich freuen, wenn der Meisterbrief künftig direkt in der staatlichen Wallet landet, die 2027 an den Start gehen soll." Diesen Wunsch richtete Kammerpräsident Andreas Ehlert an den Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung Dr. Karsten Wildberger, der die Festrede bei der 76. Meisterfeier der Handwerkskammer hielt. 

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Geplant ist, dass die staatliche EUDI-Wallet (European Digital Identity Wallet) als digitale Brieftasche der Bundesregierung und der EU ab Anfang 2027 als Smartphone-App verfügbar sein wird. Sie soll es den Bürgerinnen und Bürgern europaweit ermöglichen, sich auszuweisen sowie offizielle Dokumente digital mit sich zu führen.

So funktioniert der digitale MeisterbriefFür jeden digitalen Meisterbrief und jedes digitale Zeugnis (herausgegeben in Form einer Zweitschrift) wird ein individueller digitaler Fingerabdruck berechnet, ein sogenannter Hash-Code. Dieser ist einzigartig und fest mit dem jeweiligen Dokument verknüpft. 

Anschließend wird der Hash-Code in einer Blockchain gespeichert – einer besonders sicheren und manipulationsgeschützten Form der Datenspeicherung. Bei einer Echtheitsprüfung wird der Hash-Code des vorgelegten Dokuments automatisiert mit dem in der Blockchain hinterlegten Wert abgeglichen. Schon kleinste Veränderungen führen zu einem abweichenden Hash-Code und werden dadurch sofort erkannt.

Zusätzlich zum digitalen Meisterbrief erhalten die Prüfungsabsolventen ein Echtheitszertifikat, das sie beispielsweise ihren Bewerbungsunterlagen beifügen können. Darin wird einfach und verständlich erklärt, wie die Verifizierung funktioniert. Die Echtheit des Dokuments kann online jederzeit kostenfrei überprüft werden.
Quelle: HWK Düsseldorf

Hinweis: Eine Urkundenfälschung ist kein Kavaliersdelikt. Welche Strafen drohen und wie man Meisterbriefe prüfen kann lesen Sie hier

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Text: / handwerksblatt.de

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