Mitarbeiter sollen sich selbst zusätzlich schützen und einen Atemschutz aus der persönlichen Schutzausrüstung verwenden.

Mitarbeiter sollen sich selbst zusätzlich schützen und einen Atemschutz aus der persönlichen Schutzausrüstung verwenden. (Foto: © Dmitry Kalinovsky/123RF.com)

Staub ist gesundheitsschädlich – Schutz ist wichtig

Die Gefährlichkeit von Stäuben wird im Handwerk oft unterschätzt. Einfache Maßnahmen schützen Mitarbeiter und sorgen für mehr Akzeptanz bei den Kunden.

Arbeits- und Gesundheitsschutz werden in Deutschland sehr ernst genommen, Vorschriften laufend dem Stand von Wissenschaft und Technik angepasst, ihre Einhaltung regelmäßig von offizieller Seite kontrolliert. Doch mangelt es am Bewusstsein für die Gefährlichkeit mancher Stoffe. Wie krank werden kann, wer ständig Staub ausgesetzt ist, wird oft unterschätzt.

Dabei können Holzstaub, mineralischer Staub mit Quarzgehalt, Faserstaub oder schadstoffbelasteter Mischstaub die Gesundheit empfindlich schädigen. Vor allem bei Arbeiten auf Baustellen gebe es Nachholbedarf bei den Arbeitsschutzmaßnahmen, ist Dipl.-Ing Walter Gunreben, zuständig für Stäube im Fachreferat Gefahrstoffe bei der Beruftsgenossenschaft der Bauwirtschaft BG Bau, überzeugt.

Quarzstaub ist gefährlich

Besonders Quarz ist gefährlich, das in den meisten mineralischen Baustoffen und Baumaterialien vorkommt. Wenn sie verarbeitet werden, entstehen quarzhaltige Stäube, die sich einatmen lassen und die immer teilweise lungengängig sind. Unter Bergleuten und Arbeitern der mineralischen Industrie ist die durch eingeatmeten Quarzstaub hervorgerufene Silikose eine gefürchtete Berufskrankheit, die auch in der Bauwirtschaft zu Erkrankungen führt. Grundsätzlich kann jede andere Art von eingeatmetem Staub zu Lungenkrankheiten wie Asthma oder Bronchitis führen.

An stationären Arbeitsplätzen werden inzwischen hohe Standards bei der der Luftqualität erreicht. "Bei wechselnden Arbeitsorten wie etwa auf Baustellen wird die Luftgüte jedoch noch sehr häufig dem Zufall überlassen", so Gunreben. Durch die Beachtung weniger Regeln ließe sich die Belastung der Mitarbeiter einfach und effektiv verringern.

Staubentwicklung vermeiden

"Staubentwicklung sollte zunächst so weit wie möglich vermieden werden", rät der Experte. Dazu sollten staubarme Verfahren und Materialien gewählt werden. "Zusätzlich können geschlossene Systeme etwa zum Öffnen oder Mischen von staubenden Substanzen dazu beitragen, dass kein Staub in die Umgebung gelangt. Beim Bearbeiten von Werkstoffen lässt sich hingegen Staubentstehung kaum vermeiden. Alle Werkzeuge sollten daher mit einer integrierten Staubabsaugung ausgerüstet sein.

Das sei offensichtlich noch nicht bei allen Handwerkern angekommen, warnt Gunreben. "Nur etwa zehn Prozent der Trennschleifer werden mit Absaughauben verkauft." Die Maschinen sind mit Entstaubern – Staubsauger mit Warneinrichtung bei nachlassender Absaugleistung – der Staubklasse M abzusaugen.

Staubschutztüren sind sinnvoll

Staubbelastete Arbeitsbereiche können zudem durch Folienwände oder Staubschutztüren von den sauberen Bereichen abgetrennt werden. Die Luft in den belastetenen Bereichen lässt sich mit speziellen Industriesaugern oder Luftreinigern mit Filtern drei verschiedener Staubklassen vom Staub befreien. Von den drei Staubklassen L, M und H sind zwei für den Baubereich von Bedeutung: Entstehen Holzstäube, ist Klasse "M" vorgeschrieben. Auch bei mineralischen Stäuben und bei künstlichen Mineralfasern kommt mindestens Staubklasse  "M" zum Einsatz. Bei Schimmelpilzsporen oder beim Umgang mit Asbest findet die Staubklasse  "H" Verwendung, bei Asbest müssen zusätzliche Anforderungen noch eingehalten werden. 

"Erst das Zusammenspiel aller eingesetzten Komponenten garantiert aber einen ausreichenden Gesundheitsschutz", so Gunreben. Eine Übersicht und Empfehlungen zu abgestimmten Systemen gibt es im Internet unter gisbau.de. 

Für ausreichende Belüftung sorgen

Im Arbeitsbereich ist, wenn möglich,  für eine ausreichende Be- und Entlüftung zu sorgen. Dazu eignen sich Ventilatoren mit entsprechenden Filtern, die mit Schläuchen direkt an der Arbeitsstelle Stäube absaugen. Auf diese Weise entsteht an der Arbeitsstelle ein leichter Unterdruck. Es wird aus den sauberen Bereichen Frischluft nachgesogen, verschmutzte Luft kann nicht in angrenzende Bereiche gelangen. Die abgesaugte, belastete Luft wird nicht einfach ins Freie geleitet, sondern ebenfalls gefiltert. Filter oder Filtersäcke mit entsprechenden Staubklassen werden auf dem Markt angeboten.

Außerdem sollten die Mitarbeiter sich selbst zusätzlich schützen und einen Atemschutz aus der persönlichen Schutzausrüstung verwenden. Der Aufwand rentiere sich schnell, hat Gunreben erfahren. Unternehmen, die staubarm arbeiten, berichten von einer deutlich gestiegenen Arbeitsleistung ihrer Mitarbeiter. Wenn sie nicht mehr in ihrer eigenen Staubwolke arbeiten müssen, reduzieren sich die Pausenzeiten für das Lüften und Durchatmen. Und, wie die Hersteller von Maschinen ermittelt haben, sind in staubarmer Umgebung die Standzeiten von teuren Handmaschinen höher, da der Verschleiß an den elektrischen Antriebsmotoren sinkt. Außerdem verbessern Betriebe, die ihren Arbeitsort hinterlassen, ohne dass Staub die ganze Wohnung überzieht, ihre Chance auf eine Weiterempfehlung.

Text: / handwerksblatt.de

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