Alle Stromversorger müssen ab 2025 verpflichtend dynamische Tarife anbieten.

Alle Stromversorger müssen ab 2025 verpflichtend dynamische Tarife anbieten. (Foto: © nullplus/123RF.com)

Die Bundesregierung will den Einbau von Smart Metern voranbringen

Betriebsführung

Das Bundeskabinett will die Digitalisierung der Energiewende neu starten und hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedet. Eine zentrale Rolle spielen dabei intelligente Stromzähler.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck hat sich am 11. Januar 2023 zum Rollout von intelligenten Stromzählern, sogenannten Smart Metern geäußert. Mit dem am selben Tag vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf für ein Gesetz zum Neustart der Digitalisierung in der Energiewende (GNDEW) sollen bürokratische Hürden abgebaut werden. Dynamische Tarife bezeichnete der Minister als "Weg der Zukunft." Die digitalen Stromzähler seien ein "zentraler Baustein" für die Energiewende. Das Gesetz soll im Frühjahr 2023 in Kraft treten.

Ziel dieses Gesetzes ist es, den Rollout der Smart Meter zu beschleunigen, Verfahren rund um den Rollout intelligenter Messsysteme zu entbürokratisieren und die Rechtssicherheit zu stärken. Gleichzeitig sollen Kosten zukunftsfest und gerechter verteilt, Markt und Wettbewerb angereizt, Kompetenzen zielgerichtet gebündelt und die Nachhaltigkeit gestärkt werden. Ein verbindlicher Roll-out-Fahrplan bis 2030 zumindest für Haushalte mit mehr als 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch stehe, sagte Habeck. 

Keine Freigabe vom BSI mehr nötig

Künftig ist keine sogenannte BSI- Marktanalyse und -Markterklärung mehr nötig. Zuletzt war der ohnehin schon verzögerte Ausbau ins Stocken geraten, als das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Mai 2022 eine Allgemeinverfügung zum verpflichtenden Einbau des Smart Meters zurückzogen hatte. Vorangegangen war im März 2021 eine Entscheidung des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgricht (OVG), dass die Markterklärung des BSI rechtswidrig war. In dem Rechtsstreit ging es vor allem um die Interoperabilität der vier Smart-Meter-Modelle, die das BSI bis 2020 zertifiziert hatte.

Nun wird ein "agiler Rollout" eingeführt. Dadurch kann sofort mit den bereits zertifizierten Geräten bei Verbrauchern bis 100.000 kWh (optional < 6.000 kWh) und Erzeugern bis 25 kW (optional 1 bis 7 kW) gestartet werden. Das heißt, die zertifizierten Geräte können für die genannten Gruppen sofort eingebaut werden, selbst wenn noch nicht alle Funktionen freigeschaltet werden können.

Kleinverbraucher zahlen nur noch 20 Euro jährlich

Privathaushalte und Kleinanlagenbetreiber zahlen für ein intelligentes Messsystem künftig nicht mehr als 20 Euro im Jahr, das entspricht der heutigen Preisobergrenze für eine moderne Messeinrichtung – also in den meisten Fällen deutlich weniger als bisher.

Alle Stromversorger müssen ab 2025 verpflichtend dynamische Tarife anbieten. Dadurch können Verbraucher den Strombezug in kostengünstigere Zeiten mit hoher Energie-Erzeugung verlagern.

Ende 2021 waren laut Zahlen der Bundesnetzagentur in ganz Deutschland nur 133.500 Smart Meter eingebaut – von insgesamt über 53 Millionen Stromzählern. Mehr als die Hälfte der Deutschen interessiert sich für Smart Meter (57 Prozent). Das hat eine Bitkom-Umfrage unter mehr als 1.000 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren im Frühjahr 2022 ergeben. 20 Prozent können sich die Nutzung auf jeden Fall vorstellen, weitere 37 Prozent können sich dies eher vorstellen. Zu Beginn der Markteinführung der Smart Meter im Januar 2020 hatten sich erst 36 Prozent der Menschen in Deutschland offen gegenüber dieser Technologie gezeigt.

Einen Überblick zum Rollout finden Sie > hier. Den Gesetzentwurf zum GNDEW finden Sie > hier.

 Was ist ein Smart Meter? Ein intelligentes Messsystem – auch Smart Meter genannt – besteht aus zwei Elementen: einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul, das die Datenübertragung ermöglicht. Der digitale Stromzähler ersetzt den alten analogen Stromzähler. Er wird auch als moderne Messeinrichtung bezeichnet und kann mit einem Kommunikationsmodul verbunden werden. Erst durch dieses Kommunikationsmodul – auch Smart-Meter-Gateway genannt – wird eine moderne Messeinrichtung zu einem intelligenten Messsystem (Smart Meter). Das intelligente Messsystem ermittelt den Stromverbrauch, speichert und verarbeitet die Daten. Es ermöglicht die Datenübertragung in beide Richtungen und die Erfassung und Verarbeitung des Stromverbrauchs nahezu in Echtzeit. Der Vorteil für Kunden: Im Idealfall kann man den Stromverbrauch, also etwa das Laden eines Elektroautos oder das Wäschewaschen, auf Uhrzeiten verlagern, in den der Strompreis niedrig und die Auslastung des Netzes gering ist.

Informationen für die ElektrohandwerkeDie Installation und Einbindung von Smart Metern in ein intelligentes Stromnetz gehört zu den wichtigen Geschäftsfeldern der e-handwerklichen Fachbetriebe, betont der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).  Informationen des ZVEH finden Sie > hier HB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale HB registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

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