Gemeinsam wollen die Partner des Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar dafür sorgen, dass sich die Corona-Krise nicht negativ auf den Ausbildungsmarkt im Saarland auswirkt.

Gemeinsam wollen die Partner des Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar dafür sorgen, dass sich die Corona-Krise nicht negativ auf den Ausbildungsmarkt im Saarland auswirkt. (Foto: © goodluz/123RF.com)

Zukunftsbündnis will Ausbildung im Saarland stärken

Bildung

Das Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar (ZFS) will die negativen Folgen der Corona-Pandemie auf das Ausbildungsgeschehen eindämmen. Dazu sollen die Unterstützungsangebote der Partner intensiviert werden. 

Die saarländische Landesregierung, die Wirtschafts- und Sozialpartner sowie die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit haben sich  darauf verständigt, ihre jeweiligen Unterstützungsangebote zu intensivieren. Damit soll Wirtschafts- und Arbeitsministerin Anke Rehlinger zufolge verhindert werden, "dass sich die Corona-Krise zu einer Ausbildungskrise auswächst". 

Dazu haben die Partner des Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar Anfang Juni eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin appellieren sie an die Unternehmen, ihre Ausbildungsangebote aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass Ausbildungsverträge auch noch nach Beginn des Ausbildungsjahres geschlossen werden können. Die weiteren Unterstützungsmaßnahmen umfassen Vermittlungs-, Beratungs- und Begleitangebote, die im Hinblick auf die Corona-Krise geschärft und aufbereitet werden. Ziel ist es, bestehende Ausbildungsverhältnisse zu schützen und Ausbildungsabbrüche akut, aber auch auf lange Sicht zu verhindern.

Prämien für ausbildende Betriebe

Die saarländische Wirtschafts- und Arbeitsministerin Anke Rehlinger (SPD) möchte im Rahmen des Zukunftsbündnis dafür sorgen, dass sich die Corona-Krise zu einer Ausbildungskrise auswächst. Foto: © Fionn GrossDie saarländische Wirtschafts- und Arbeitsministerin Anke Rehlinger (SPD) möchte im Rahmen des Zukunftsbündnis dafür sorgen, dass sich die Corona-Krise zu einer Ausbildungskrise auswächst. Foto: © Fionn Gross

Damit Ausbildungsverhältnisse erhalten bleiben, hat Wirtschafts- und Arbeitsministerin Anke Rehlinger angeregt, finanzielle Anreize für Unternehmen zu schaffen, die ihr Ausbildungsplatzangebot trotz negativer Effekte durch die Pandemie beibehalten oder die Auszubildende aus einem anderen Ausbildungsbetrieb übernehmen. Diesem Wunsch kommt der Bund wohl nun nach. Laut der "Süddeutschen Zeitung" ist im Konjunkturpaket auch eine Prämie für Unternehmen geplant, die genauso viel ausbilden wie bisher oder vielleicht sogar noch mehr.

Folgen noch kaum abschätzbar

"Noch können wir die Auswirkungen der Corona-Krise insbesondere auf den Ausbildungsmarkt nicht endgültig abschätzen", erklärte Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. Sie gehe davon aus, dass einige Unternehmen, die Ausbildungsstellen gemeldet haben, noch überlegen, wie sie weiter vorgehen. Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter werden ihren Beitrag zur Fachkräftesicherung mit einer guten Berufsorientierung, Beratung, Vermittlung und Unterstützungsleistungen leisten. "Sie sind telefonisch und online erreichbar und können mit allen Ratsuchenden die nächsten Schritte vereinbaren."

Mehr offene Stellen als Bewerber

Trotz des coronabedingten Rückgangs an Ausbildungsstellen scheinen die Perspektiven für Lehrstellensuchende gut zu sein. "Auf 100 Bewerber kommen derzeit 142 offene Stellen", sagte Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Saarland. Allerdings dürften sich durch die verspäteten Abschlussprüfungen an den allgemeinbildenden Schulen viele Schulabgänger erst jetzt um eine Ausbildung bemühen. Die IHK werde extra für diese Gruppe ein Beratungsangebot zusammenstellen und die verbleibende Zeit bis zu den Sommerferien nutzen, um über die Chancen mit einer IHK-Ausbildung zu informieren.

Damit die Auszubildenden nicht auf den letzten Metern scheitern, arbeiten die Kammern auch mit Hochdruck daran, die Abschlussprüfungen termingerecht durchzuführen und ausgefallene Prüfungen zeitnah nachzuholen. So solle verhindert werden, dass den Auszubildenden durch die Verschiebung ihrer Abschlussprüfungen ein Nachteil entstehe.

Des Weiteren sprach sich das Zukunftsbündnis dafür aus, die digitalen Angebote, die von den Berufsschulen während der pandemiebedingten Schließung bereitgestellt wurden, aufrecht zu erhalten. Auch den geplanten Ausbau der Verknüpfungen von Präsenzunterricht mit digitalen Lehr- und Lernmethoden gelte es weiter voranzutreiben.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

Text: / handwerksblatt.de

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