Renault Twingo: Elektroflitzer zum Sparpreis
Der französische Autobauer Renault bringt historische Modelle als Elektroautos zurück auf die Straße. Nach dem R4 und R5 folgt nun auch der Twingo als Stromer.
Klein, charmant und clever kalkuliert – so startet Renault in die nächste Elektrooffensive. Der neue Twingo E-Tech, der im März 2026 sein Comeback feiert, soll mit einem Einstiegspreis von unter 20.000 Euro (rund 16.800 Euro netto) Elektromobilität für alle bezahlbar machen. Noch bevor die ersten Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert werden, konnten wir bereits in einem finalen Serienmodell Platz nehmen.
Twingo wird zum Fünftürer
Twingo 2026: Retro-Charme mit fünf Türen und Platz vier Personen. Foto: © RenaultWährend andere Hersteller im Kleinwagensegment weiterhin zögern, setzt Renault auf Tempo und macht sein Versprechen aus der Konzeptphase wahr. Bereits das Showcar von 2024 deutete an, wohin die Reise geht: eine charmante Retro-Optik mit klarer Anlehnung an den Ur-Twingo von 1993, inklusive runder Scheinwerfer, einfacher Linienführung und einem sympathischen Gesicht. Die Serienversion bleibt dieser Designidee erstaunlich treu; lediglich einige Details wurden zugunsten der Alltagstauglichkeit angepasst.
Das merkt man sofort beim ersten Rundgang: Der neue Twingo ist praktischer geworden, ohne dabei seinen Charme zu verlieren. Anstelle der früheren drei Türen bietet er nun fünf, was einen deutlichen Komfortgewinn im Stadtalltag bedeutet. Die bündig angeordneten Türöffner des Konzeptautos, die hinten bisher in der C-Säule versteckt waren, wurden durch solide Bügelgriffe ersetzt.
Innenraum mit Laune-Faktor
Der Innenraum präsentiert sich abwechslungsreich und farbbetont. Foto: © RenaultDer rund 3,75 Meter lange Twingo bietet Platz für bis zu vier Passagiere. Im Vergleich zu den elektrischen Modellen R4 und R5 ist das Cockpit anders aufgebaut. So kommt im Twingo E-Tech statt des integrierten Bildschirms ein freistehender Zehn-Zoll-Touchscreen für das Multimediasystem zum Einsatz. Außerdem gibt es große Drehregler für die Klimatisierung. Der dominant platzierte Warnblinkschalter rechts daneben soll zudem an den ersten Twingo erinnern.
Generell ist das Armaturenbrett zweifarbig gestaltet. Während in der Einstiegsversion weiße Dekorelemente dominieren, bringen bei der Topvariante in Wagenfarbe lackierte Flächen zusätzliche Frische ins Interieur.
Erster Renault mit LFP-Batterie
Die LFP-Batterie soll eine Reichweite von bis zu 263 Kilometern ermöglichen. Foto: © RenaultFür den Antrieb sorgt ein Elektromotor mit einer Leistung von 60 kW (82 PS) und einem maximalen Drehmoment von 175 Nm. Damit beschleunigt der Twingo in 12,1 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird zugunsten der Reichweite bei 130 km/h elektronisch abgeriegelt. In Verbindung mit einer Batteriekapazität von 27,5 kWh, soll der Cityflitzer bis zu 263 Kilometer (gemäß WLTP-Norm) weit kommen.
Der Twingo ist das erste Modell von Renault, das mit einer LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) ausgestattet ist. Diese robuste und kostengünstige Technologie nutzt reichlich vorhandene Rohstoffe wie Eisen und Phosphat und kommt ohne kritische Metalle wie Kobalt und Nickel. Damit verringert Renault die Abhängigkeit von sensiblen Materialien und stärkt die Nachhaltigkeit der Batterieproduktion. Die Batterietechnik wurde vom hauseigenen ACDC-Entwicklungszentrum in China beigesteuert, während die Fahrzeugentwicklung in Frankreich stattfand. Produziert wird der Twingo E-Tech wie beim letzten Benzinmodell wieder in Slowenien.
Entwicklung: Renault Twingo E-Tech Entwicklung Die Franzosen sind stolz darauf, dass Twingo-Serienmodell in der Rekordzeit von nur 24 Monaten entwickelt zu haben – wesentlich schneller als jedes andere Modell in der Geschichte von Renault. Mit einem Gewicht von nur rund 1.200 Kilogramm zählt der kleine Stromer außerdem zu den leichteren Elektroautos seiner Klasse. Mehr Details zum kleinen Franzosen gibt es demnächst in unserem Fahrbericht auf dem handwerkblatt.de.
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Text:
Guido Borck /
handwerksblatt.de
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