Mit Zylinder bereit für den Festumzug: Schornsteinfeger beim Internationalen Treffen in Malesco.

Mit Zylinder bereit für den Festumzug: Schornsteinfeger beim Internationalen Treffen in Malesco. (Foto: © Michael Albers)

Ganz in Schwarz

Schornsteinfeger: Jedes Jahr findet am ersten Septemberwochenende das internationale Schonsteinfeger-Treffen in Valle Vigezzo statt – es ist eines der größten Feste im Piemont.

Wenn heute der Schornsteinfeger mit seinem Laptop anrückt, ist nichts mehr von der einst harten Arbeit zu spüren. Einst kletterten Kinder durch den Kamin, um ihn vom Ruß zu reinigen. Der 13-jährige Fausto Cappini fasste nach dem Klettergang erschöpft an eine Hochspannungsleitung und starb.

Ein Denkmal erinnert an den 1931 in Mailand verunglückten Jungen, und es steht nicht rein zufällig im italienischen Valle Vigezzo, genauer: in Malesco. Von dort aus verdingten sich (zwangsweise) Kinder und Erwachsene als Kaminkehrer. Seit 1982 ist das dortige Schornsteinfegermuseum jedes Jahr am ersten Septemberwochenende Treffpunkt für Kaminkehrer aus aller Welt.

Was mit einer Handvoll Schornsteinfeger auf Initiative des Associazione ­Nazionale Spazzacamini begann, ist heute eines der größten Feste im Piemont.

Zitat"Neben fast allen europäischen Ländern sind regelmäßig Nationen wie USA, Japan, Russland, Kanada und selbst Uruguay vertreten. Die vielen Gruppen lassen es sich nicht nehmen, das obligatorische Foto vor Cappinis Bronzestatue zu machen."

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Ein Wiedersehen nach coronabedingtem Ausfall

Coronabedingt musste es zwei Jahre lang ausfallen, dieses Jahr gab es endlich wieder freudestrahlende Kaminkehrer im Hochtal zwischen Santa Maria Maggiore und Malesco. Auftakt der Veranstaltung ist wie immer der Freitag mit seiner "schwarzen Nacht". Kollegen aus aller Welt liegen sich in den Armen, feiern und tauschen sich aus, es gibt Livemusik, und auf allen Straßen wird getanzt. Mit kurzen Reden eröffnen der Bürgermeister und das internationale Schornsteinfegermuseum vor dem Denkmal des Kinderschornsteinfegers in Malesco dann am Samstag das 39. Treffen. Neben fast allen europäischen Ländern sind regelmäßig Nationen wie USA, Japan, Russland, Kanada und selbst Uruguay vertreten. Die vielen Gruppen lassen es sich nicht nehmen, das obligatorische Foto vor Cappinis Bronzestatue zu machen.

Höhepunkt ist der Sonntag mit seinem traditionellen großen Festumzug in Santa Maria Maggiore, bei dem die Delegationen hinter ihrem Nationalitätenschild durch die Straßen gehen. Die rund 30.000 Besucher warten hier auf geworfene Bonbons, Glücksbringer und viel Russ. Unglaublich, aber wahr: An diesem Tag gehört es einfach dazu, wenn Arme, Gesicht und Klamotten richtig schön mit Ruß geschwärzt sind. Denn das, so ein Aberglaube, soll Glück bringen. Das verspüren die Teilnehmer ohnehin: Es ist jedes Mal ein gelungenes, harmonisches Treffen, wo es keinen stört, wo du herkommst oder woran du glaubst – alle sind einfach Kollegen.

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Text: / handwerksblatt.de