Diese täuschend echte Wachsfigur des begnadeten Komikers Charlie Chaplin stammt aus den Ateliers der berühmten Pariser Firma Grévin, die am Konzept von "Chaplin's World" mitgewirkt hat. (Foto: © 2016 Chaplin's World™ © Bubbles Incorporated S.A.)

Diese täuschend echte Wachsfigur des begnadeten Komikers Charlie Chaplin stammt aus den Ateliers der berühmten Pariser Firma Grévin, die am Konzept von "Chaplin's World" mitgewirkt hat. (Foto: © 2016 Chaplin's World™ © Bubbles Incorporated S.A.)

Bei Chaplins auf dem Sofa

Panorama - Reise

Das Städtchen Vevey am Genfer See wird von zwei Namen dominiert: Nestlé und Chaplin. Beiden ist jeweils ein spannendes neues Museum gewidmet.

Da sitzt er in voller Lebensgröße in seinem privaten Kinoraum: Charlie Chaplin. Schwarzer Anzug, schlohweißes Haar, neben sich seine schöne, 36 Jahre jüngere Frau Oona. Dass die Beiden aus Wachs sind, sieht man inmitten der Besuchermassen nur auf den zweiten Blick.

Hafen des Friedens

manoir 233In der Villa "Manoir de Ban" in Corsier-sur-Vevey mit ihrem 14 Hektar großen Park lebte die Familie mit ihren acht Kindern bis zu Chaplins Tod im Jahr 1977. "Das Haus gehört noch der Familie; Kinder und Enkel kommen noch gelegentlich hierher", erzählt die Stadtführerin Dagmar Blom am Doppelgrab des einst so glücklichen Paares – "Chaplin nannte Oona, die 1991 starb, seinen 'Hafen des Friedens'". Amerika hatte dem gebürtigen Londoner, der in Hollywood seine große Karriere machte, 1952 die Wiedereinreise wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verweigert. In der Schweiz wurde er begeistert aufgenommen.

Einzigartige Mischung aus Museum und Erlebniswelt

studio 121Heute ist die Villa Manoir de Ban aus dem 19. Jahrhundert das Herzstück der im April eröffneten "Chaplin's World", einer einzigartigen Mischung aus Museum und Erlebniswelt für die ganze Familie. In Abstimmung mit den Nachkommen wurde die Villa mit den Originalmöbeln und vielen persönlichen Gegenständen restauriert und zu einem 500 Quadratmeter-Parcours inszeniert. Die Gäste dürfen sich auf Chaplins Sofa räkeln, ihn im Badezimmer besuchen, seine Freunde Winston Churchill und Albert Einstein begrüßen und sich von zahllosen Fotos und Filmausschnitten in Leben und Werk des großen Künstlers einfühlen. Die täuschend echten Wachsfiguren stammen aus den Ateliers der berühmten Pariser Firma Grévin, die am Konzept von "Chaplin's World" mitwirkte.

Eintauchen in eine fantastische Welt

studio 120Von der Villa geht es ins 1350 Quadratmeter große "Studio", in dem die Kulissen und Filmsets für "The Kid", "Goldrausch" und viele andere Meisterwerke nachgebaut sind – Mitspielen erwünscht! Wer will, kann sich von Charlie in der Rolle des jüdischen Friseurs aus "Der große Diktator" einseifen lassen oder ins Räderwerk von "Moderne Zeiten" geraten. Pickelhauben, Zylinder – alles darf anprobiert werden und für private Schnappschüsse herhalten.

Incorporated parc 110Hier kann man stundenlang eintauchen in die fantastische Welt des genialen Schauspielers, Regisseurs und Musikers, der die Figur des "Tramp" unsterblich machte. Und anschließend in dem Park mit seinen alten Bäumen und dem herrlichen Blick auf den Genfer See die Seele baumeln lassen - schon für Chaplin der schönste Ort der Entspannung.

Der weltweite Siegeszug von Nestlé

NestleEine Erfolgsgeschichte dokumentiert sich auch im zweiten neuen Museum der 22 000 Einwohner zählenden Stadt Vevey. Hier entwickelte der aus Frankfurt am Main eingewanderte Apothekenhelfer Heinrich Nestle 1866 unter dem Namen Henri Nestlé sein "Kindermehl", eine Mischung aus Alpenmilch, Weizenmehl und Zucker, die die damals enorm hohe Kindersterblichkeit eindämmen half und rasch ihren weltweiten Siegeszug antrat.


Zum 150. Jahrestag des Firmenimperiums wurde das neue Museum "Nest" eröffnet,  bei dem das alte Fabrikgebäude nahe dem Bahnhof von Vevey in die einem weißen Raumschiff ähnelnde Architektur von David Linford integriert ist.  Dokumente der Firmengeschichte verbinden sich mit interaktiven Elementen zu einer spannenden Szenografie in fünf Akten, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht.

Nest Mike BinkErgänzend dazu ist der Besuch des neu gestalteten "Alimentariums" (eine Nestlé-Stiftung) in Vevey sinnvoll, das die Geschichte der Ernährung vom Beginn der Menschheit bis zu einem virtuellen Trip durch den Verdauungstrakt dokumentiert. Wer dann noch nicht genug von Museen hat, kann noch einen Abstecher per Schiff oder Zug (15 Min.) nach Lausanne anhängen und das ebenfalls komplett neu gestaltete Olympia-Museum in schöner Lage am See besuchen.

Text: Barbro Schuchardt; Fotos: © 2016 Chaplin's World™ © Bubbles Incorporated S.A.; Nestlé; Nest @ Mike Bink

Info: www.myswitzerland.com
Wechselkurs: 1 CHF = ca. 0,9 Euro
Anreise: Mit dem Zug über Basel, Bern, Lausanne nach Vevey. Praktisch ist der Swiss Travel Pass zur Nutzung aller Schweizer Verkehrsmittel (3 Tage 200 Euro)

Übernachten
: Das nagelneue "Modern Times Hotel" (4 Sterne), 2 km von "Chaplin's World by Grévin" entfernt, (Busverbindung) ist ganz dem Universum von Chaplin gewidmet - von Filmprojektionen bis zu Chaplin-Regenschirmen. Packages (Zimmer plus Eintritt) auf Anfrage.
Wer Luxus schnuppern möchte: Fußläufig zum Olympia-Museum bietet das frisch renovierte neoklassizistische Hotel "Royal Savoy" (5 Sterne) in Lausanne mit seinem schönen Garten und der Terrasse allen erdenklichen Komfort.

Eintrittskartenpreise
Chaplin's World by Grévin:
Erwachsene 23 CHF, Kinder 17 CHF.
Nest:
Erwachsene 13,50 CHF, Kinder 7,50 CHF.
Alimentarium: Erwachsene 13 CHF, Kinder 4 CHF.
Olympisches Museum Lausanne: Erwachsene 18 CHF, Kinder 10 CHF.

Text: / handwerksblatt.de

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