Die EEG-Umlage müsse auf breitere Schultern verteilt und künftig über den Bundeshaushalt finanziert werden, fordert das Bäckerhandwerk.

Die EEG-Umlage müsse auf breitere Schultern verteilt und künftig über den Bundeshaushalt finanziert werden, fordert das Bäckerhandwerk. (Foto: © mariok/123RF.com)

EEG-Reform: Bäckerhandwerk fordert dringend Nachbesserungen

Politik

Das Bäckerhandwerk sieht sich durch EEG-Umlage auch künftig weit über Gebühr belastet. Die Finanzierung der Energiewende müsse endlich solidarisch geändert und aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

Das Bäckerhandwerk ist sehr unzufrieden mit der vom Bundeskabinett verabschiedeten Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG). Hauptziel ist der Ausbau der erneuerbaren Energien, um 2030 mindestens 65 Prozent des Stroms aus diesen Quellen zu gewinnen.

"Das Ziel ist zwar richtig, aber der Weg dahin falsch", kritisiert Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. "Die in der EEG-Novelle vorgesehene Dämpfung der Umlagekosten geht bei Weitem nicht weit genug und ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Schmerzgrenze erreicht

Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Foto: © Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. / Darius RamazaniMichael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Foto: © Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. / Darius Ramazani

Die Schmerzgrenze bei den Kosten der EEG- und anderer energiewendebedingter Umlagen für das stromintensive Bäckerhandwerk sei erreicht. Die hohen Kosten schwächten die Investitionskraft der überwiegend mittelständischen Unternehmen, die auch schon durch die Corona-Pandemie belastet wurden.

Wegen des starken Wettbewerbs sei es schwierig, die Kosten weiterzugeben. "Die EEG-Umlage, also letztlich die Finanzierung der Energiewende, muss daher auf breitere Schultern verteilt werden und künftig über den Bundeshaushalt finanziert werden“, fordert Wippler. "Wir brauchen endlich eine Politikwende für die Energiewende."

Wettbewerbsverzerrung bleibt ein Problem

Es könne nicht sein, dass die Energiewende weiter einseitig vom deutschen Mittelstand und den Verbrauchern gezahlt wird. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Novelle des EEG ändere nichts an der Wettbewerbsverzerrung im Backwarenmarkt.

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Bisher waren mehrere Brotfabriken, die den Handel und damit die direkte Konkurrenz der Handwerksbäcker mit tiefgekühlten Backwaren zum Aufbacken beliefern, durch die besondere Ausgleichsregelung von der EEG-Umlage teils befreit. Der Gesetzentwurf will diese Regelung verfestigen.

Nachbesserung dringend gefordert

Daniel Schneider Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Foto: © ZV BäckerhandwerkDaniel Schneider Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Foto: © ZV Bäckerhandwerk

"Das ist völlig inakzeptabel und ein Schlag für das mittelständisch geprägte Bäckerhandwerk. Solange Großbäcker von den Kosten der Energiewende befreit sind und günstigere Produktionsbedingungen haben, zahlen die Handwerksbäcker drauf", erklärt Daniel Schneider, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes.

Die EEG-Novelle müsse in diesem Punkt dringend nachgebessert und die unfaire Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der Handwerksbäcker beendet werden, fordert er. Der Verband werde im nun anstehenden parlamentarischen Verfahren seine Positionen erneut deutlich machen und sich für spürbare Erleichterungen für seine Handwerksbetriebe stark machen.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks

Text: / handwerksblatt.de

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