Zu Gast bei #handwerkumzwoelf: Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Zu Gast bei #handwerkumzwoelf: Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. (Foto: © Grüne im Bundestag, S. Kaminski)

Krischer: "Klimaschutz ist das zentrale Thema"

Politik

Oliver Krischer von Bündnis 90/Die Grünen betonte beim digitalen Talkformat #handwerkumzwoelf von Handwerk.NRW erneut die besondere Bedeutung des Klimaschutzes. Für die Umsetzung brauche es Fachkräfte aus dem Handwerk.

In der letzten Folge von #handwerkumzwoelf vor der Bundestagswahl am 26. September stellte Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die Ideen seiner Partei für die Zukunft Deutschlands vor. Dabei machte er klar: "Der Klimaschutz ist das zentrale Thema in unserem Wahlprogramm. Hier müssen wir endlich handeln, um unsere Lebensgrundlage und unseren Wohlstand zu sichern."

Mahnendes Beispiel Flutkatastrophe

Als mahnendes Beispiel nannte er die Flutkatastrophe, die den Westen Deutschlands vor zwei Monaten mit voller Härte traf. Dabei seien nicht nur viele Häuser zerstört worden, sondern auch große Teile der regionalen Wirtschaftsstruktur. Ausdrücklich würdigte Krischer die ehrenamtliche Leistung des Handwerks beim Wiederaufbau. "Viele Handwerksbetriebe standen sofort bereit und haben mit angepackt", so der Bundestagsabgeordnete aus Düren.

Als oberste Ziele für einen effektiven Klimaschutz nannte Krischer den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien und den Abbau bürokratischer Hürden bei der Genehmigung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Solche Genehmigungsverfahren dürften nicht mehr sechs bis neun Jahre, sondern nur noch wenige Monate dauern.

Fachkräftemangel muss bekämpft werden

Von zentraler Bedeutung sei auch die energetische Gebäudesanierung – "der schlafende Riese der Klimawende". Für die Sanierung rund ums Haus brauche es natürlich Menschen mit Qualifikation und Know-How aus dem Handwerk, so Krischer. Deshalb gelte es auch den Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Grundsätzlich setzten die Grünen beim Klimaschutz auf eine Mischung aus Investitionen, Anreizen und ordnungspolitischer Regulierung. Für die Transformation von Wirtschaft und Infrastruktur forderte Krischer ein staatliches Investitionsprogramm von 500 Milliarden Euro in den nächsten 10 Jahren. Dafür müsse auch die Schuldenbremse um eine Investitionsregel erweitert werden, die Verschuldung für Zukunftsinvestitionen ermögliche. Dies sei gerade in Zeiten von Null- und Negativzinsen unproblematisch.

Finanzielle Anreize für klimafreundliche Technologien

"Wir müssen jetzt Geld in die Hand nehmen, um den nächsten Generationen keine marode Infrastruktur zu hinterlassen", mahnte der Umweltpolitiker. Gleichzeitig brauche es klare staatliche Regulierung – verbunden mit finanziellen Anreizen für klimafreundliche Technologien. Als Beispiele nannte Krischer die Festlegung eines Enddatums für neue Öl-Heizungen bei gleichzeitiger Erhöhung der staatlichen Förderungen umweltfreundlicher Heizungssysteme.

Eine kontroverse Diskussion entbrannte beim Thema Krankenversicherung. Jan Trompeter von der SIGNAL IDUNA Gruppe warb eindringlich für die Beibehaltung des dualen Systems mit privater und gesetzlicher Versicherung. Dieses sei maßgeblich dafür verantwortlich, dass Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme der Welt habe. Oliver Krischer verteidigte das von den Grünen bevorzugte Modell der Bürgerversicherung als Weg zur Abschaffung der "Zwei-Klassen-Medizin".

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Text: / handwerksblatt.de

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