Foto: © Judith Dzierzawa/123RF.com

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Finanzpolster fürs Alter

Trotz der gegenwärtigen Mini-Zinsen kann sich das Sparen noch lohnen – wenn man einige Regeln beachtet.

Eine Frage treibt alle Sparer um: Wie lässt sich bei den aktuellen Mini-Zinsen heute noch eine vernünftige Rendite erwirtschaften? "Zum Beispiel indem man sich lukrative und vor allem kostengünstige Sparpläne herauspickt“, verrät Anke Puzicha von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Gerade weil die Zinsen so niedrig sind, sind die Kosten entscheidend. Schon kleine Gebührenunterschiede machen sich wegen des Zinseszinseffekts beim Vermögensaufbau auf lange Sicht deutlich bemerkbar, betont Michael Huber vom Düsseldorfer VermögensZentrum. Deshalb sollte man bei jedem Investment genau nachfragen, welche vielleicht versteckten Aufschläge und Gebühren noch hin­zu­kommen.

Sparpläne mit attraktiven Renditen


Prozent astragal 123rfBis zu drei Prozent Zinsen sind bei Sparplänen möglich. Die Expertin von der Verbraucherzentrale rät zu einem Blick auf ortsansässige Bau- und Sparvereine oder Wohnungsbaugenossenschaften. "Der Charme dieser Anlagevariante liegt zum einen in der Sicherheit, aber auch darin, dass in der Regel keine Kosten anfallen und ein flexibler Ausstieg möglich ist“, sagt Anke Puzicha. Meist sind die Zinsen in diesen Sparplänen variabel, so dass die Anleger von steigenden Zinsen profitieren können: "Zusätzlich erhält man mit der Laufzeit steigende, bereits jetzt festgelegte Boni. Dadurch können solche Sparverträge äußerst attraktive Renditen bieten.“

Wer noch mehr will, muss einen Teil dieser Sicherheit aufgeben. Den besten Chance-Risiko-Mix haben nach Einschätzung vieler Experten derzeit sparplanfähige ETFs (Exchange Traded Funds). Die börsengehandelten Indexfonds sind weniger schwankungsanfällig als einzelne Aktien und deutlich kostengünstiger als herkömmliche Fonds. Ausgabe- und Rücknahmegebühren entfallen. Nur für den Kauf werden geringe einmalige Gebühren fällig.

ETFs bilden einen Wertpapierindex und damit einen bestimmten Markt ab. Anleger müssen nicht selbst einzelne Aktien heraussuchen und ihre Entwicklung im Auge behalten, sondern sie investieren auf einen Schlag in ein Bündel von Anteilsscheinen. Das können die 30 größten deutschen Aktien sein, wenn der ETF den Dax abbildet. Das können auch die wichtigsten börsennotierten Wertpapiere in Amerika (Dow oder S&P 500) oder der ganzen Welt (MSCI World) sein.

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So finden Sie empfehlenswerte ETFs

HandwerkWer einen regelmäßigen Betrag in einen solchen ETF einzahlt, profitiert vom Durchschnittspreis-Effekt: Wenn die Aktien teuer sind, kauft er mit seiner festgelegten Summe nur wenige Indexanteile. Stehen die Aktien niedrig, kauft er mehr Anteile.

Inzwischen haben Anleger die Auswahl unter rund 1.000 verschiedenen ETFs. Ein Kriterium dabei ist, ob der Indexfonds seine Gewinne thesauriert oder ausschüttet. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, entscheidet sich für die erste Variante, wer regelmäßig einen Ertrag sehen will, für die zweite.

Grundsätzlich gilt: Je breiter der Markt ist, den ein Indexfonds abbildet, umso besser kann er Schwankungen auf den Finanzmärkten ausgleichen. Daher rät Anke Puzicha zu einem ETF-Sparplan auf den MSCI World, der Aktien aus mehr als 20 Industrieländern enthält. Von 1970 bis Ende 2014 hat dieser Index netto im Schnitt eine jährliche Rendite von 6,9 Prozent erzielt, hat das unabhängige Finanzportal finanztip.de errechnet. Hier findet sich auch eine Auswahl empfehlenswerter ETFs.

Wer einen ETF auf den World MSCI 15 Jahre lang im Depot behielt, machte keinen Verlust, unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Aber je nachdem wann ein Anleger kaufte und verkaufte, konnte er im besten Fall fast 15 Prozent pro Jahr einstreichen, im schlechtesten betrug die Rendite nur 1,8 Prozent.

Die Expertin der Verbraucherzentrale rät, sich nur dann für ein solches Investment zu entscheiden, wenn die nötige Nervenstärke und vor allem Zeit vorhanden sind: "ETFs sollten mindestens zehn Jahre gehalten werden. Dann ist die statistische Wahrscheinlichkeit hoch, dass man ein schönes Plus einfährt.“

Text: Heidi Trabert/ Foto: © srapulsar38/123RF.com

Beratung:
Eine unabhängige Beratung zu den Themen Altersvorsorge und ­Geldanlage bieten neben den ­Verbraucherzentralen auch Honorar­berater wie das VZ Vermögens-­Zentrum, das außer in Düsseldorf noch in anderen Städten ange­siedelt ist. Hier ist das erste Gespräch ­kostenlos, die weiteren Kosten sind abhängig vom Beratungsaufwand.

Tipp:
Wer jederzeit flexibel sein und für eine größere Investition wie eine ­Immobilie sparen will, kann erst ­einmal Geld auf einem Tages­geld­konto sammeln, bis sich eine ­günstige Gelegenheit bietet. Viel mehr als ein Prozent Rendite ist hier derzeit aber nicht zu ­erwarten. Einen guten ­Überblick über die ­aktuellen ­Konditionen bietet die ­FMH-­Finanzberatung.

Text: / handwerksblatt.de

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