Bei einer Erkrankung während des Urlaubs werden die durch ärztliche AU nachgewiesenen Krankheitstage auf den Jahresurlaub angerechnet.

Bei einer Erkrankung während des Urlaubs werden nur die vom Arzt attestierten Krankheitstage dem Jahresurlaub gutgeschrieben. (Foto: © Vivoo/123RF.com)

Keine Gutschrift der Urlaubstage in Quarantäne

Wer während seines Urlaubs wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne muss, bekommt ohne ein ärztliches Attest die Urlaubstage nicht gutgeschrieben. Das hat das Arbeitsgericht Bonn entschieden.

Wer während seines Urlaubs in Quarantäne geschickt wird, kann ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) die Urlaubstage nicht später nachholen. Einen Anspruch darauf haben Arbeitnehmende nur dann, wenn ein Arzt die Arbeitsunfähigkeit attestiert hat.

Der Fall

Die Arbeitnehmerin hatte vom 30. November bis 12.Dezember 2020 Urlaub. Nachdem sie sich mit Corona infizierte, musste sie auf behördliche Anordnung in der Zeit vom 27. November bis 7. Dezember 2020 in Quarantäne. Eine AU legte sie für diesen Zeitraum nicht vor, weil sie keine Krankheitssymptome hatte. Die Frau wollte fünf Urlaubstage nachholen und klagte gegen ihren Arbeitgeber, als der diese nicht gestattete.

Das Urteil

Die Klage hatte keinen Erfolg. Für das Gericht lagen die Voraussetzungen nicht vor. Bei einer Erkrankung während des Urlaubs würden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeitstage auf den Jahresurlaub angerechnet. Die Arbeitnehmerin habe aber keine Arbeitsunfähigkeit durch ein Attest nachgewiesen. Eine behördliche Anordnung der Quarantäne stehe einem ärztlichen Zeugnis über die Arbeitsunfähigkeit nicht gleich. Eine analoge Anwendung der bestehenden Regelung scheide aus, erklärte das Gericht. Eine Erkrankung mit dem Coronavirus führe nicht zwingend und unmittelbar zu einer Arbeitsunfähigkeit.

Arbeitsgericht Bonn, Urteil vom 7. Juli 2021, Az. 2 Ca 504/21

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Text: / handwerksblatt.de

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