Raus hier! Die rote Karte bekam ein Rassist von seinem Arbeitgeber.

Raus hier! Die rote Karte bekam ein Rassist von seinem Arbeitgeber. (Foto: © ostill/123RF.com)

Wer Kollegen rassistisch beleidigt, fliegt!

Wer einen Kollegen wegen seiner Hautfarbe mit Affenlauten beschimpft, kann fristlos gefeuert werden. Das sagt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln.

"Ugah Ugah", solche rassistischen Affenlaute gegenüber dunkelhäutigen Menschen kennt man leider schon aus Fußballstadien. In dem Fall des Landesarbeitsgerichts Köln kostete diese Äußerung einen Arbeitnehmer seinen Job.

Der Fall

Ein bereits einschlägig abgemahnter Arbeitnehmer machte in Anwesenheit eines Kollegen mit dunklerer Hautfarbe vor mehreren anderen "Ugah Ugah"-Affenlaute. Der Chef feuerte ihn daraufhin fristlos.

Der Mann verteidigte sich, dass ein "flapsiger Umgangston" in der Kollegenschaft üblich sei, seine Worte hätten "der Auflockerung der Gesprächsatmosphäre" gedient. Sie als rassistisch zu bewerten, sei abwegig. Deshalb habe er keinen Anlass, um Entschuldigung zu bitten oder Reue zu zeigen.

Das Urteil

Der Rauswurf war wirksam, sagt das Landesarbeitsgericht Köln. Die rassistische Beleidigung sei ein Grund für eine außerordentliche Kündigung gewesen.

Der Subtext einer solchen Äußerung sei "Ich verachte dich. Die mir gleichen Menschen sind hochwertig, die dir gleichen Menschen sind geringwertig." Gerade die Verbindung zur Hautfarbe des Kollegen mache deutlich, dass es sich nicht um eine schlicht derbe, sondern um eine rassistische Beleidigung handle.

Ohne jede Einsicht

Auch die unbeeindruckten Reaktionen des Klägers auf die Vorwürfe seines Arbeitgebers zeigten, dass es sich nicht um eine bedauerliche Einzelentgleisung handle. Vielmehr sei diese Äußerung des Klägers eine Manifestation seiner rassistischen Grundeinstellung ohne jede Einsicht. Es sei davon auszugehen, dass sich der Mann auch weiterhin rassistisch-beleidigend äußern werde.

Dem Arbeitgeber sei nicht zuzumuten, ihn weiter zu beschäftigen. Dass der Gekündigte Betriebsrat gewesen sei, ändere an dieser Einschätzung nichts. Denn gerade als Betriebsrat sei er besonders verpflichtet gewesen, jeglicher Diskriminierung von Beschäftigten entgegen zu wirken.

Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 6. Juni 2019, 4 Sa 18/19 (noch nicht rechtskräftig, Revision beim Bundesarbeitsgericht läuft)

Text: / handwerksblatt.de

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