Rechnungen: Knackpunkt Leistungszeitpunkt

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Rechnungen: Knackpunkt Leistungszeitpunkt

Bereits seit einigen Jahren gehören auf eine Rechnung viele Pflichtangaben. Fehlt auch nur eine Kleinigkeit, kann es Probleme mit dem Vorsteuerabzug geben.

Ein besonderes Problem sei die korrekte Angabe des Leistungszeitpunktes in der Rechnung, darauf weist die Steuerabteilung des Zentralverband des Deutschen Handwerks hin. Viele Unternehmer seien im Zweifel darüber, wann eine Lieferung oder eine sonstige Leistung umsatzsteuerlich als ausgeführt gilt. Andere wiederum würden lediglich auf das Datum des anliegenden Lieferscheins verweisen. "Das reicht für den Vorsteuerabzug nicht aus", betont Simone Schlewitz vom ZDH.

Leistungszeitpunkt gehört in die Rechnung

Der Leistungszeitpunkt, also der Tag, an dem eine Lieferung oder sonstige Leistung ausgeführt wird, gehört zu den gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtangaben in einer Rechnung. Und dieser bestimmt sich laut ZDH folgendermaßen:

1. Angabe des Zeitpunktes der Lieferung (bewegte Lieferungen)

Wird die Ware zum Kunden transportiert oder holt er sie selbst ab, dann gehört auf die Rechnung der Tag, an dem die Beförderung begonnen hat. Eine Rechnung kann aus mehreren Dokumenten bestehen. Dem entsprechend können sich einzelne Rechnungspflichtangaben auch aus einem beigefügten Lieferschein ergeben, wenn in dem eigentlichen Rechnungspapier (in dem das Entgelt und der Umsatzsteuerbetrag angegeben sind) auf den Lieferschein ausdrücklich hingewiesen und dieser genau bezeichnet wird.

Wenn sich das Lieferdatum aus dem Lieferschein ergeben soll, muss dieser neben dem Lieferscheindatum eine gesonderte Angabe des Lieferdatums enthalten. Wenn das Lieferdatum dem Datum des Lieferscheins entspricht, kann in der Rechnung ein Hinweis aufgenommen werden, dass das Lieferscheindatum dem Lieferdatum entspricht.

2. Angabe des Zeitpunktes der Lieferung in anderen Fällen

Hierunter fallen zum Beispiel Werklieferungen von oder an Gebäuden. Als Lieferzeitpunkt ist der Tag anzugeben, an dem dem Kunden die Verfügungsmacht an dem fertigen Werk verschafft wird. Das bedeutet, dass der Auftraggeber befähigt wird, in eigenem Namen über das fertige Werk zu verfügen. Dies setzt die Übergabe und Abnahme des fertigen Werkes voraus. Denn mit der Abnahme erkennt der Auftraggeber die vertraglich vereinbarte Leistung durch den leistenden Unternehmer als ordnungsgemäß erfüllt an. Die Abnahme ist an keine bestimmte Form gebunden.

Beispiel: Ein Generalunternehmer baut für einen Unternehmer ein Bürohaus. Die Übergabe und Abnahme erfolgt nach schlüsselfertiger Errichtung des Gebäudes. In der Rechnung ist der Tag der Abnahme als Leistungsdatum anzugeben.

3. Angabe des Zeitpunktes der sonstigen Leistung

Als Leistungsdatum ist bei sonstigen Leistungen der Tag anzugeben, an dem die Leistung vollständig erbracht bzw. beendet ist.

Beispiel 1: Eine Containerfirma stellt einem Bauunternehmer einen Bauschuttcontainer zur Verfügung und holt den Container, nachdem der Bauunternehmer ihn mit Bauschutt gefüllt hat, wieder ab. Als Leistungsdatum ist der Tag der Abholung des gefüllten Containers durch die Containerfirma anzugeben.

Beispiel 2: Ein Tischler überarbeitet die Holzfenster an einem Wohngebäude. Mit dem Herstellen der ordnungsgemäßen Funktionsfähigkeit des letzten Fensters ist seine Arbeit beendet und seine Leistung vollständig erbracht. Dieser Tag ist in der Rechnung als Leistungszeitpunkt anzugeben.

4. Noch nicht ausgeführte Lieferung oder sonstige Leistung

Wird über eine noch nicht ausgeführte Lieferung oder sonstige Leistung abgerechnet, dann handelt es sich um eine Rechnung über eine Anzahlung. In dieser Rechnung ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Vereinnahmung der Anzahlung anzugeben. Dies ist jedoch nur erforderlich, soweit

  • der Zeitpunkt der Vereinnahmung der Anzahlung feststeht und
  • nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt.

Hinweis des ZDH: In den Fällen 1 bis 4 reicht es aus, wenn anstelle des genauen Leistungsdatums der Kalendermonat angegeben wird, in dem die Lieferung oder sonstige Leistung erbracht bzw. die Anzahlung vereinnahmt wurde.
 
Weitere Informationen zur korrekten Rechnungstellung:
Was alles auf eine Rechnung gehört, können Sie auf einem Flyer des ZDH nachlesen.

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Text: / handwerksblatt.de

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