Der Einsatz von Robotern bringt Chancen für die Prozessoptimierung, aber auch Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten mit sich. Handwerksbetriebe, die Erfahrungen mit dem Einsatz neuer Technologien gemacht haben, werden in einer Broschüre des itb vorgestellt.

Der Einsatz von Robotern bringt Chancen für die Prozessoptimierung, aber auch Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten mit sich. Handwerksbetriebe, die Erfahrungen mit dem Einsatz neuer Technologien gemacht haben, werden in einer Broschüre des itb vorgestellt. (Foto: © Pop Nukoonrat/123RF.com)

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So meistert das Handwerk den Weg in die Arbeitswelt 4.0

Betriebsführung

Eine rund 60-seitige Broschüre und etwa 80 Umsetzungshilfen, die das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) erstellt hat, sollen Unternehmern und Betriebsberatern des Handwerks den Einsatz digitaler Technologien erleichtern.

Technische Innovationen sollen die Arbeitsabläufe verbessern. Ein Industrieroboter kann aus verschiedenen Werkstoffen schneller und exakter komplizierte Formen herausfräsen. Mit einer App lässt sich auf die Minute genau feststellen, wie lange ein Mitarbeiter für einen Auftrag gebraucht hat. 

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Doch technische Innovationen können auch ihre Kehrseite haben. Beschäftigte müssen für andere Tätigkeiten qualifiziert werden oder sie fühlen sich psychisch unter Druck gesetzt, weil die Anwendung auf dem Smartphone ihre Leistung misst. "Es ist nicht damit getan, einfach nur eine neue Technologie einzusetzen. Da sich Prozesse und Kompetenzen ändern, muss sich auch Personalführung neu aufstellen", stellt Anja Cordes, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technik der Betriebsführung (itb), fest.

Das itb hat zehn Firmen dazu befragt, wie sie den Einsatz digitaler Technologien auch mit Blick auf eine sichere und gesunde Arbeitswelt gemeistert haben. Die Spanne reicht vom Optiker mit zwei Mitarbeitern bis hin zur Wäscherei mit circa 400 Beschäftigten. Die Ergebnisse aus dem vom Bundesbildungsministerium geförderten Forschungsprojekt sind in der Broschüre "Handwerksbetriebe auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0" und in detaillierten Umsetzungshilfen nachzulesen.

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Mutmacher und Landkarte für Betriebe

Die Broschüre richtet sich vor allem an Betriebsinhaber. Zwei Ziele werden verfolgt: Die rund 60-seitige Publikation soll Handwerkern Mut machen, den Einsatz digitaler Technologien anzugehen. Sie ist aber auch als "Landkarte" gedacht. Dort sind neben den Chancen die möglichen Stolpersteine auf dem Weg zum Handwerk 4.0 abgebildet. "Alle Betriebe hatten mit Hindernissen zu kämpfen", erklärt Anja Cordes. Bei dem einen habe sich ein Mitarbeiter jeglichen neuen Technologien verweigert, bei einem anderen sei technisch etwas schiefgelaufen.

"Doch alle haben weitergemacht und geschaut, was sie verbessern können. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass über den erfolgreichen Einsatz einer Technologie im Betrieb nicht primär die Technologie selbst entscheidet. Vielmehr kommt es darauf an, wie diese Technologie im Betrieb eingeführt wird, beispielsweise inwieweit die Beschäftigten in diesen Prozess einbezogen und ihre Kompetenzen aufgebaut werden."

Nachschlagewerk für Betriebs- und Technologieberater

Eine zweite Publikation, rund 80 Umsetzungshilfen zur "Arbeit 4.0", adressiert in erster Linie die Betriebs- und Technologieberater der Handwerkskammern. Angesprochen werden aber auch Fachkräfte für Arbeitssicherheit und andere Präventionsexperten, die kleine und mittlere Betriebe unterstützen. Die Umsetzungshilfen enthalten Empfehlungen und Anregungen, wie sich Arbeitsprozesse mit 4.0-Technologien gestalten lassen.

Mit Augmented und Virtual Reality lassen sich Arbeitsumgebungen simulieren oder Produkte testen. Foto: © 017 PR Image Factory/123RF.comMit Augmented und Virtual Reality lassen sich Arbeitsumgebungen simulieren oder Produkte testen. Foto: © 017 PR Image Factory/123RF.com

Unter den vier Handlungsfeldern Führung und Kultur, Organisation, Sicherheit sowie Gesundheit werden Themen wie Hersteller- und Unternehmerverantwortung, Lernformen 4.0, Beschaffung digitaler Technologien , Controlling, Gefährdungsbeurteilung, Datensicherheit, Building Information Modeling, Cloud-Anforderungen, 3D-Druck, Drohnen, Exoskelette, Augmented und Virtual Reality, digitale persönliche Schutzausrüstung und Gesundheits-Apps behandelt.

"Die Umsetzungshilfen sind ein gutes Nachschlagewerk für Berater. Sie können aber auch von Handwerkern genutzt werden – sei es, um sich tiefer in ein interessantes Thema einzulesen oder als Vorbereitung auf das Gespräch mit einem Berater", so Anja Cordes.

Die Broschüre "Handwerksbetriebe auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0" stellt das itb zum kostenfreien Download bereit. Die Umsetzungshilfen Arbeit 4.0 können als Gesamt-PDF oder einzeln heruntergeladen werden. Darüber hinaus lässt sich mithilfe eines Selbstbewertungschecks testen, wie Unternehmen digitale Technologien in ihre betrieblichen Prozesse integrieren können.

Text: / handwerksblatt.de

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