Lärmschutz am Arbeitsplatz dient der Gesundheit am Arbeitsplatz.

Lärmschutz am Arbeitsplatz dient der Gesundheit am Arbeitsplatz. (Foto: © Matthias Popp / DGUV)

Darum lohnt sich Lärmschutz am Arbeitsplatz

Der 27. April ist "Tag gegen den Lärm". Betriebe, die sich um Lärmprävention kümmern, machen sich auch als Arbeitgeber attraktiv, sagt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Oft seien es gerade Branchen mit Fachkräftemangel, die ein Lärmproblem haben.

Der "Tag gegen den Lärm" findet in diesem Jahr am 27. April statt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) nimmt das zum Anlass, Arbeitgeber an das Thema Lärmschutz zu erinnern. Die Unfallversicherungsträger gehen davon aus, dass vier bis fünf Millionen Beschäftigte gehörgefährdendem Lärm während der Arbeit ausgesetzt sind.

Lärmprävention am Arbeitsplatz schützt aber nicht nur die Gesundheit von Beschäftigten, sondern könnte auch ein Argument für die Personalerhaltung und -gewinnung in besonders lärmbelasteten Branchen sein. Das Institut für Arbeitsschutz der DGVU (IFA) stützt sich dabei auf Ergebnisse einer Befragung von mehr als 800 Fachleuten für Prävention. In 17 von 42 untersuchten Branchen ist Lärm demnach eine Belastung für die Beschäftigten. Gleichzeitig leiden 15 dieser Branchen unter bestätigtem Fachkräftemangel.

Kostenlose Beratung und BroschürenBerufsgenossenschaften und Unfallkassen beraten Betriebe und Einrichtungen dazu, wie sie Lärm an Arbeitsplätzen verringern können. Informationen und Handlungshilfen zum Lärmschutz stellen die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und auch das IFA kostenlos zur Verfügung. Hier eine Infobroschüre als Download.

Lärm ist ein bekanntes Problem im Arbeitsschutz

Lärm sei ein bekanntes Problem im Arbeitsschutz, so die Forscher. Sowohl gehörschädigender Lärm als auch der sogenannte extra-aurale Lärm stehen dabei im Fokus der Prävention. Dieser Lärm liegt unterhalb des Arbeitsplatz-Grenzwertes von 85 Dezibel, ab dem Gehörschutz bereitgestellt werden muss. Er wirkt damit nicht gehörschädigend, kann aber Stressreaktionen auslösen und ebenfalls gesundheitliche Beschwerden zur Folge haben.

"Solchen potenziell stressigen Lärm finden wir beispielsweise in Kitas", sagt IFA-Direktor Prof. Dietmar Reinert. "Gehörschädigende Lärmpegel hingegen treten eher im gewerblichen Bereich auf, zum Beispiel im Elektrohandwerk."

Die Untersuchung zeige, dass in nahezu allen besonders lärmbelasteten Branchen Fachkräfte abwandern und fachlicher Nachwuchs fehlt. Reinert: "Natürlich ist Lärm nicht der einzige Grund, warum Menschen sich entscheiden, den Beruf oder die Branche zu wechseln. Lärm kann aber ein Indiz sein, dass Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit vernachlässigt werden. Aus meiner Sicht sind Arbeitsschutz und Fachkräftemangel eng miteinander verzahnt."

Bedeutet im Umkehrschluss: Gesunde Arbeitsbedingungen und erfolgreiche Prävention könnten das Image einer Branche verbessern und sie so für Fachkräfte und Auszubildende attraktiv machen.

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Text: / handwerksblatt.de

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