Um in Zeiten der Digitalisierung wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Investitionen erforderlich.

Um in Zeiten der Digitalisierung wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Investitionen erforderlich. (Foto: © everythingpossible/123RF.com)

Digitalisieren und profitieren: Finanzielle Unterstützung für Betriebe

Betriebsführung

Welche Förderprogramm für die Planung und Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben gibt es? Worauf müssen Betriebe achten?

Die Corona-Pandemie hat bei vielen Unternehmen in Deutschland für einen Digitalisierungsschub gesorgt. Trotzdem gibt es noch Nachholbedarf: 51 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen zwischen 20 und 499 Beschäftigten sehen sich selbst als Nachzügler bei der Digitalisierung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom von Frühjahr 2021, an der über 500 Unternehmen teilnahmen. Die Gründe sind für Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom, nicht neu: "Das liegt vor allem an strukturellen Digitalisierungsdefiziten, die im Mittelstand schon seit längerer Zeit bestehen."

Für Handwerksbetriebe, die von den Kosten der Digitalisierungsmaßnahmen abgeschreckt werden, gibt es aber in vielen Bereichen Unterstützung: So stehen zahlreiche Förderprogramme bereit, die Zuschüsse oder Investitionskredite anbieten – sowohl regional als auch bundesweit. Mit dieser Anschubhilfe lassen sich viele Ziele einfacher realisieren: von digitalen Abläufen in den Bereichen Produktion, Dokumentation und Verwaltung bis hin zu Online-Shops oder digitaler Kundenbetreuung per Fernwartung.

Auf erfahrene Partner setzen

Eine große Hilfe bei der Planung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten sind erfahrene Begleiter, wie Handwerkskammern, Zentralfachverbände, das "Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk" oder das Beratungs- und Informationssystem BISTECH des ZDH. Kostenlose Unterstützung bietet auch das bundesweite Netzwerk der "Beauftragten für Innovation und Technologie" (BIT): Hier finden Handwerksbetriebe Spezialisten, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert sind und Betrieben gezielt weiterhelfen.

Für die konkreten Schritte zum Digitalisierungsziel sollten sich Betriebe die passenden Förderprogramme heraussuchen. Eine individuelle Digitalisierungsstrategie können Handwerker zum Beispiel gemeinsam mit Mittelstand-Digital entwickeln. Betriebe in Rheinland-Pfalz können alternativ über die BITT-Technologieberatung Zuschüsse für eine technologieorientierte Beratung anfordern. Zuschüsse zu konkreten Projekten können Handwerksbetriebe über verschiedene bundesweite Förderprogramme anfordern, wie "Digital Jetzt" oder "go inno". Wenn stattdessen kostengünstige Kredite gewünscht sind, sind Banken wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau oder die NRW.Bank mögliche Ansprechpartner. Wenn es mehrere Förderprogramme für einen Bereich gibt, sollten Handwerker die Konditionen und Leistungen vorab vergleichen, um die bestmögliche Lösung für sich zu finden.

Voraussetzungen beachten

Ausgewählte Förderprogramme im Bereich Digitalisierung Foto: © DHBAusgewählte Förderprogramme im Bereich Digitalisierung Foto: © DHB

Bei Interesse an Zuschüssen oder Krediten sollten sich Betriebe vorab die Fördervoraussetzungen sehr genau ansehen. Manchmal sind Betriebsgrößen oder -standorte entscheidend. Im Förderantrag, der möglichst detailliert ausgefüllt werden sollte, erwarten Handwerker oft Fragen zum derzeitigen Stand der Digitalisierung im eigenen Betrieb und zum Digitalisierungsplan. Wenn sich Betriebe die Beantwortung der Fragen nicht selbst zutrauen, sollten erfahrene Experten oder Berater, zum Beispiel von Handwerkskammern, hinzugezogen werden.

Zu den Förderprogrammen Hier klicken: isb.rlp.de/foerderung
bmwi.de/digital-jetzt
digitalstarter.saarland
KfW
innovation-beratung-foerderung.de
mittelstand-innovativ-digital.nrw
mittelstand-digital.de
nrwbank.de
Zu den üblichen Voraussetzungen für eine Förderbewilligung gehört es, dass Betriebe ihr Digitalisierungsprojekt noch nicht begonnen haben. Nach einer erfolgreichen Bewilligung haben Handwerker dann meist mehrere Monate Zeit, das Projekt in die Tat umzusetzen. Die Verwendung der Fördermittel muss ein Betrieb später nachweisen können. Erste Erkenntnisse über den aktuellen Digitalisierungsgrad des eigenen Betriebs gewinnen Betriebe mit der kostenlosen Bedarfsanalyse von "Mittelstand-Digital/Zentrum Handwerk". Der Online-Fragebogen hilft außerdem dabei, Ideen für die digitale Weiterentwicklung des eigenen Betriebs zu entwickeln.

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Text: / handwerksblatt.de

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