Inhaberin Dörte Thie mit Sohn Sören Thie, der als Ingenieur im Dental-Studio arbeitet.

Inhaberin Dörte Thie mit Sohn Sören Thie, der als Ingenieur im Dental-Studio arbeitet. (Foto: © Privat)

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Effiziente Arbeitsprozesse im Gesundheitshandwerk dank Berufsausweis

Der elektronische Berufsausweis kann den sicheren Datenaustausch im Gesundheitshandwerk verbessern und Arbeitsabläufe vereinfachen. Zahntechnikerin Dörte Thie sieht darin Chancen für mehr Struktur und weniger Bürokratie.

Zu den Branchen, für die ein elektronischer Berufsausweis infrage kommt, zählen unter anderem das Dentalhandwerk, Optiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker und -schumacher, also Betriebe des Gesundheitshandwerks gemäß Nummer 33 bis 37 Anlage A der Handwerksordnung.

Dörte Thie, Zahntechnikerin und seit 1990 Inhaberin des Dentalstudios Thie in Blankenfelde-Mahlow mit rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, steht der Einführung des elektronischen Berufsausweises aufgeschlossen gegenüber. Dieser Ausweis könnte, so die Erwartung von Dörte Thie, die Arbeit künftig schneller, strukturierter und unbürokratischer machen.

Vorteile der sicheren Telematik-Infrastruktur im Handwerk

Zudem wäre er ein Zugang zu sicherer Telematik-Infrastruktur, die künftig im gesamten Gesundheitswesen vorhanden sein soll. "Das Gesundheitshandwerk wird in der Regel aktiv, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt, die uns dann eine konkrete handwerkliche Aufgabe stellt. Für die Erfüllung des Auftrages müssen wir sensible Daten über Patienten mit Ärzten austauschen. Das alles muss datenschutzkonform erfolgen." Dörte Thie erklärt das am Beispiel ihres Betriebes: "Wenn ich im Auftrag eines Arztes beispielsweise eine Zahnprothese anfertigen soll, benötigen wir dafür unter anderem Röntgenbilder und vielleicht auch Fotos des betreffenden Patienten, damit wir am Ende einen passgenauen Zahnersatz fertigen können, bis hin zur richtigen Farbgebung der Zähne. Diese Daten müssen auf einem sicheren Weg vom Arzt zu uns gelangen. Dafür eignet sich die Einführung eines elektronischen Berufsausweises ideal."

Vor allem deshalb, weil die mit dem elektronischen Berufsausweis verknüpfte Software eine klare Struktur zur Abarbeitung des jeweiligen Auftrags vorgibt, das heißt, der Auftrag wird erst dann als vollständig angezeigt, wenn alle wichtigen Daten eingegeben sind. Dörte Thie: "Nach Erledigung des Auftrags können wir dann auch unsere Rechnungen verschlüsselt an Ärzte, Krankenkassen oder Patienten schicken. Unsere Arbeit könnte dadurch schneller, strukturierter und unbürokratischer werden. Mit dem zusätzlichen Nutzen, dass wir de facto papierlos arbeiten könnten."

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Einführung des elektronischen Berufsausweises im Handwerk

Der elektronische Berufsausweis wird personengebunden sein und nur an die Handwerksmeisterin oder den Handwerksmeister in dem betreffenden Betrieb und den Betriebsinhaber ausgegeben. Um das für die Nutzung der Software erforderliche Lesegerät zu aktivieren, braucht es eine weitere Karte, die sogenannte SMC-B-Karte. Die Einführung dieses Systems ist mit Investitionskosten verbunden, die je nach Gewerk zwischen 10.000 und 15.000 Euro betragen können. Dörte Thie: "Es gibt aber bereits eine Vereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen, dass diese die Investition zurückzahlen."

In den Handwerkskammern sind die Vorbereitungen für die Einführung des elektronischen Berufsausweises schon weit vorangeschritten. In diesem Zusammenhang hat Dörte Thie, die auch Obermeisterin der mitteldeutschen Zahntechnikerinnung ist, noch eine wichtige Information für die Betriebe des Gesundheitshandwerks: "Der Ausweis kann erst dann an einen Betriebsinhaber ausgegeben werden, wenn der zuständigen Handwerkskammer die aktuellen Daten des Betriebes vorliegen."

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Text: / handwerksblatt.de

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