Mit der mobilen App von wirbauen.digital können Architekten, Handwerker und Bauherren wichtige Kennzahlen und den Baufortschritt auch direkt auf der Baustelle checken.

Mit der mobilen App von wirbauen.digital können Architekten, Handwerker und Bauherren wichtige Kennzahlen und den Baufortschritt auch direkt auf der Baustelle checken. (Foto: © Maxim Lupascu/123RF.com)

Fortschritt auf der Baustelle tagesaktuell im Blick

Betriebsführung

Ob Einfamilienhaus oder Großprojekt – Bauherr, Architekt und Handwerker sollten immer auf dem neuesten Stand sein. Die Online-Plattform wirbauen.digital verspricht Transparenz über die Abläufe am Bau.

Wie ist der tagesaktuelle Stand auf den Baustellen? Diese Frage beschäftigt nicht nur viele Handwerksbetriebe. Auch die an den Projekten beteiligten Bauherren, Architekten und Generalunternehmer möchten wissen, welche Abschnitte bereits abgenommen werden können, an welcher Stelle es Abweichungen gibt, wie sich die Kosten entwickeln und ob das Objekt rechtzeitig fertiggestellt wird. Lukas Büdenbender und Daniel Grube können darauf eine Antwort geben. Sie haben "wirbauen.digital" erschaffen.

Offene Schnittstellen

Daniel Grube, Geschäftsführer und Co-Founder von wirbauen.digital Foto: © wirbauen.digital/Fotoagentur WolfDaniel Grube, Geschäftsführer und Co-Founder von wirbauen.digital Foto: © wirbauen.digital/Fotoagentur Wolf

Die Online-Plattform besteht aus einer Webanwendung, die etwa über einen stationären PC im Büro über den Webbrowser abgerufen wird, und einer App für das Smartphone oder Tablet. Die Schnittstellen zu anderen Programmen sind offen. "Unser Produkt lässt sich mit dem Lohnbüro der Datev sowie sämtlichen Planungs- und Angebots-Tools verknüpfen", erklärt Daniel Grube, Geschäftsführer von wirbauen.digital.

Die mobilen Endgeräte sind das Fenster zur Baustelle. Damit werden die Zeiten der Mitarbeiter erfasst und alle Arbeitsschritte im Bild festgehalten. Die Fotos können den jeweiligen Positionen im abgespeicherten Leistungsverzeichnis (GAEB-Format) zugeordnet und in einem BIM-Modell oder Bauplan verortet werden. Die erbrachten Leistungen können direkt im Leistungsverzeichnis gebucht und somit erfasst werden.

Eine saubere Dokumentation macht sich vor allem bei Leistungen bezahlt, die nicht im Angebot vorgesehen waren. "Jeder Bauhandwerker dürfte wissen, dass Planung und Bauausführung in der Realität oft weit auseinanderliegen und dass zusätzliche Arbeiten auch vergütet werden müssen." Detaillierte Informationen über die verbauten Materialien können aber auch für spätere Reparaturen oder Renovierungen relevant sein. "Stichwort scheckheft-gepflegte Immobilie."

Daten gezielt teilen

Die gesammelten Daten werden in Echtzeit ans Büro des Handwerkers übermittelt, wo sie über die Web-App ausgewertet und danach gezielt mit anderen geteilt werden können. "Den Gerüstbauer geht das Projektvolumen des Dachdeckers nichts an, aber der Bauleiter muss es kennen", verdeutlicht Daniel Grube an einem Beispiel. Deshalb wird mit einem Rechte-System gearbeitet. Jeder am Projekte beteiligte Nutzer der Online-Plattform erhält nur die Informationen, die er benötigt. "Sensible Daten wie Preise oder Umsätze bleiben damit geschützt."

KI prognostiziert Baufortschritt

Bei wirbauen.digital kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. "Sie kann anhand gesammelter Werte prognostizieren, wie schnell die Mitarbeiter auf einem Projekt unterwegs sind und ob sie gesetzte Deadlines schaffen werden", sagt Daniel Grube. Er könnte sich aber auch vorstellen, sie für die Materialbeschaffung zu nutzen, indem die KI mit dem Warenwirtschaftssystem vernetzt wird und meldet, wenn neue Baustoffe bestellt werden müssen. Es sei sogar denkbar, die Shop-Systeme verschiedener Händler über die offenen Schnittstellen an der Online-Plattform anzudocken. Auch die Einsatzplanung ließe sich mittels KI optimieren. "Durch ein Matching der Wetterdaten mit dem Ort der Baustellen könnte die Software empfehlen, die Mitarbeiter besser nach Köln als ins zugeschneite Siegerland zu schicken."

 

Die gesammelten Daten werden in Echtzeit ans Büro des Handwerkers übermittelt, wo sie über die Web-App von wirbauen.digital ausgewertet und grafisch dargestellt werden. Foto: © wirbauen.digitalDie gesammelten Daten werden in Echtzeit ans Büro des Handwerkers übermittelt, wo sie über die Web-App von wirbauen.digital ausgewertet und grafisch dargestellt werden. Foto: © wirbauen.digital

Know-how aus dem Handwerk

Seit Dezember 2020 ist die App von wirbauen.digital im App Store und bei Google Play verfügbar. Bislang haben sich 300 Nutzer auf der Plattform registriert. Ihr Feedback fällt positiv aus. Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass bei der Entwicklung das Know-how aus dem Handwerk eingeflossen ist. Lukas Büdenbender, Impulsgeber und Mitbegründer von wirbauen.digital, ist Dachdecker. Testbetrieb und erster Pilotkunde war der Familienbetrieb Büdenbender Dachtechnik GmbH. "Wir sind jede Woche auf die Baustelle gefahren und haben die Jungs gefragt, wie die Features funktioniert haben", erklärt Daniel Grube, der als studierter Ökonom und Banker sein betriebswirtschaftliches Wissen einbringt.

Unabhängig von Gewerk und Projektvolumen

Zu den wichtigsten Anforderungen zählte, dass wirbauen.digital unabhängig vom Gewerk und vom Projektvolumen nutzbar ist. Beides wurde umgesetzt. Auch sollte es Betrieben jeder Größe offen stehen. "Im Prinzip kann das Tool ein Soloselbstständiger einsetzen. Den größten Mehrwert dürfte es aber Unternehmern oder Projektverantwortlichen bringen, die nicht ständig selbst auf allen Baustellen präsent sein können." Um mit der Online-Plattform arbeiten zu können, muss eine Lizenz erworben werden. Bei Handwerksbetrieben fallen pro Nutzer circa 20 Euro pro Monat an.

Leistungszeichnis immer am Mann

Wirbauen.digital ist speziell für den Einsatz auf der Baustelle gemacht. "Es gibt sehr viele geführte Prozesse, aus denen man nicht ausbrechen kann, und Informationsblöcke nicht abgeschickt werden können, wenn die Daten fehlen." Das kommt bei den Kunden im Handwerk an. Manchmal sind es aber auch schon die einfachen Sachen, die Freude bereiten. "Ich habe das Leistungsverzeichnis immer auf dem Smartphone dabei und muss nicht mehr zum Lkw laufen und alle 140 Seiten durchblättern", zitiert Daniel Grube einen begeisterten Polier.

Text: / handwerksblatt.de

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