Einen Zuwachs um knapp acht Prozentpunkte auf 25 Prozent gab es zuletzt bei Spontaneinkäufen im Geschäft.

Einen Zuwachs um knapp acht Prozentpunkte auf 25 Prozent gab es zuletzt bei Spontaneinkäufen im Geschäft. (Foto: © Dragan Grkic/123RF.com)

Online-Handel boomt - aber Brillen werden beim Optiker vor Ort gekauft

Betriebsf√ľhrung

Der Online-Handel wird immer stärker. Nicht so beim Brillenkauf. Da vertrauen Kunden auf die Beratung ihres Augenoptikers vor Ort. "Beim Kauf von Korrektionsbrillen ist und bleibt die stationäre Augenoptik die Bezugsquelle Nummer eins", meldet der ZVA.

Brillen mit Sehstärke - also Korrektionsbrillen - werden beim Augenoptiker vor Ort gekauft. Der Online-Handel spielt dabei nach wie vor nur eine kleine Rolle, meldet der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA). Der Onlinehandel und Multichannel-Markt sei nur minimal am Gesamtumsatz der Branche beteiligt.

Der Verband hat das Marktforschungsunternehmen GfK damit beauftragt, die Vertriebswege in der Augenoptik zu analysieren. Thomas Heimbach, Vorsitzender des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses des ZVA, berichtete anlässlich der jüngsten Mitgliederversammlung in Weimar: "Der Online-Handel ist für unsere Branche immer noch kein großer Störfaktor, vielmehr nimmt er eher die Rolle der berühmten Mücke im Wohnzimmer ein."

92 Prozent kaufen Korrektionsbrillen beim stationären Augenoptiker

Thomas Heimbach bei der ZVA-Mitgliederversammlung in Weimar. Foto: © ZVA/Peter MagnerThomas Heimbach bei der ZVA-Mitgliederversammlung in Weimar. Foto: © ZVA/Peter Magner

Nach gewaltigen Wachstumsraten während der Corona-Pandemie 2020 und 2021 sei der Online-Handel im Jahr 2022 sogar warengruppenübergreifend rückläufig. Für die Augenoptik bedeute das einen Rückgang von zwei Prozent für den digitalen Handel, der mit einem Gesamtanteil von fünf Prozent ohnehin eine untergeordnete Rolle spiele.

88 Prozent des Umsatzes mit augenoptischen Produkten würden nach wie vor im stationären Augenoptikbetrieb generiert – bei dem Verkauf von Brillen dominiere der stationäre Augenoptiker sogar mit 92 Prozent.

Auch Sonnenbrillen würden nach wie vor hauptsächlich im Laden anprobiert und gekauft. Der stationäre Umsatz liege hier bei aktuell  67 Prozent (plus zwei Prozentpunkte).

Online-Zuwachs bei Kontaktlinsen

Bei  Kontaktlinsen hingegen verzeichnet der Online-Handel einen Zuwachs von sechs Prozentpunkten und liegt nun bei 30 Prozent des Umsatzes. 

Die GfK untersuchte auch das Informations- und anschließende Kaufverhalten der Verbraucher. Auch hier spiegelt sich der rückläufige Online-Markt im Jahr 2022 wider: So sank der Anteil von Käufern, die sich online über Brillen informierten und diese anschließend auf diesem Weg erwarben, von 3,9 Prozent auf 1,9 Prozent.

Parallel zeigt der Anteil von Personen, die sich im Internet informieren, aber zum Brillenkauf den stationären Betrieb aufsuchen, eine Verdoppelung von 1,6 auf drei Prozent.

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Viele Spontankäufe im Laden

Einen Zuwachs um knapp acht Prozentpunkte auf 25 Prozent gab es bei Spontaneinkäufen am Point of Sale (2021: 17,3 Prozent). Heimbach: "Diese Entwicklung zeigt uns, dass die Vorteile eines Brillenkaufs beim stationären Augenoptiker während der pandemischen Jahre nicht in Vergessenheit geraten sind und unsere Expertise weiterhin gefragt ist."

Der Verband erwartet allerdings auch keinen Rückgang der sogenannten Multichannel-Einkäufe. Laut Studienergebnissen kauften Verbraucher im vergangenen Jahr vermehrt Sonnenbrillen und Kontaktlinsen online oder vor Ort, nachdem sie sich über den jeweils anderen Kanal über diverse Produkte informiert hatten. 

Für die Branche sind das insgesamt gute Nachrichten. "Die Studie belegt wieder einmal deutlich, dass die Vorteile eines Brillenkaufs beim stationären Augenoptiker liegen. Refraktion, optische und anatomische Anpassung, das alles kann Online nicht bieten und die Vorteile, die sonst für einen Online-Kauf sprechen, Preis und Bequemlichkeit, spielen in diesem Kontext kaum eine Rolle."  

Neue Verbandsspitze

ZVA-Präsident Christian Müller Foto: ¬© ZVA/Peter MagnerZVA-Präsident Christian Müller Foto: ¬© ZVA/Peter Magner

Bei seiner Mitgliederversammlung in Weimar hat der ZVA auch ein neues Präsidium gewählt. Die Delegierten wählten den langjährigen Vizepräsidenten Christian Müller zum Präsidenten des Verbandes.

Müller ist Nachfolger von Thomas Truckenbrod, der nach 13 Jahren im Amt nicht erneut kandidiert hatte. Tuckenbrod ist jetzt Ehrenpräsident des Verbandes und erhielt das Goldene Ehrenzeichen.

Als ZVA-Vizepräsident wiedergewählt wurde Armin Ameloh und neu gewählt wurde Vizepräsidenten Kai Jaeger.

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Text: / handwerksblatt.de