Nach dem 2031 soll das Renteneintrittsalter bei einem Anstieg der Lebenserwartung angepasst werden. Ab 2041 soll es in Zehnjahreszyklen jeweils um sechs Monate angehoben werden.

Nach dem 2031 soll das Renteneintrittsalter bei einem Anstieg der Lebenserwartung angepasst werden. Ab 2041 soll es in Zehnjahreszyklen jeweils um sechs Monate angehoben werden. (Foto: © Ralf Kleemann/123RF.com)

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Das Handwerk lobt die Rentenreformvorschläge

Die Rentenkommission hat ihre Reformvorschläge vorgelegt. Mit 33 Maßnahmen soll das deutsche Rentensystem umgebaut werden. Der ZDH begrüßt das und hofft, dass sie von der Bundesregierung als Gesamtpaket umgesetzt werden.

Die Bundesregierung hatte eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge für die Reform des deutschen Rentensystems erarbeiten sollte. Nun hat die Kommission ihre Empfehlungen vorgelegt. Sie schlägt 33 Maßnahmen vor, um das Rentensystem umzubauen und empfiehlt gleichzeitig, auch alle Maßnahmen als Ganzes umzusetzen.

Nach dem 2031 soll das Renteneintrittsalter bei einem Anstieg der Lebenserwartung angepasst werden. Ab 2041 soll es in Zehnjahreszyklen jeweils um sechs Monate angehoben werden. Damit läge das Eintrittsalter 2041 bei 67,5 Jahren, 2091 bei 70 Jahren. Die Rente mit 63 ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren soll entfallen. Ausnahmen für Härtefälle sollen möglich sein, etwa für Arbeitnehmer mit besonders belastenden Arbeitsbiografien oder Gesundheitsproblemen.

Minijobs sollen entfallen

Der Rentenbeitrag soll um zwei Prozent steigen. Zahlen sollen dies Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen in einem staatlich gelenkten Fonds am Kapitalmarkt angelegt werden, um mittelfristig Renditen zu erzielen. Bis dahin sollen staatlicher Zuschüsse das Rentenniveau stabilisieren.

Selbstständige, Beamte und Politiker sollen künftig ebenfalls in die Rentenkasse einzahlen. Beitragsfreie Minijobs werden abgeschafft, sie sollen ausschließlich für Schüler möglich sein. Mittels eines Nachhaltigkeitsfaktors soll die Rentenentwicklung an das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern gekoppelt werden.

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Umbau generationengerechter aufstellen

"Der Empfehlungskatalog der Rentenkommission hat das Potenzial, das deutsche Rentensystem durch einen notwendigen strukturellen Umbau generationengerechter aufzustellen", so die Reaktion von Jörg Dittrich. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) lobt besonders die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung den Abbau von Frühverrentungsanreizen, die Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors und den Einstieg in die Kapitaldeckung.

"Diese Elemente stärken die langfristige Stabilität und verbessern die Generationenbilanz. Ebenfalls richtig ist eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige. Sowohl bei der Ausgestaltung der Altersvorsorgepflicht als auch bei der Finanzierung der Kapitaldeckung muss die Politik allerdings nachsteuern: Bei der geplanten Altersvorsorgepflicht braucht es eine generelle Wahlfreiheit für Selbstständige zwischen gesetzlicher und privater Absicherung."

Sozialversicherungsbeitrag unter 40 Prozent halten

Die Einführung zusätzlicher Beiträge zur Finanzierung der Kapitaldeckung dürfe nicht zu einer höheren Gesamtbelastung führen. Ziel müsse bleiben, den Gesamtsozialversicherungsbeitrag wieder unter 40 Prozent zu stabilisieren. Bei der Einschränkung von Frühverrentungsmöglichkeiten sei es wichtig, den Renteneintritt für Menschen in körperlich belastenden Berufen nach 45 Versicherungsjahren ab 65 Jahren abschlagsfrei in Rente zu ermöglichen. 

Dittrich weist darauf hin, dass die grundsätzlich positive Bewertung nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass die Betriebe wie die Beschäftigten zunächst erneut massiv belastet würden. "Die Koalition muss endlich auch hier mutige Antworten finden. Nur bei gleichzeitiger Entlastung an anderer Stelle wird die Wirtschaft wieder in Schwung kommen. Die Wettbewerbsfähigkeit darf nicht weiter verschlechtert werden."

Alle Maßnahmen sollen umgesetzt werden

Die "viel zu hohe" Steuer- und Abgabenlast belaste die Wirtschaft enorm. Besonders problematisch sei der Vorschlag, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Status von Minijobs generell abzuschaffen. "Minijobs sind ein unverzichtbares Flexibilitätsinstrument. Sie ermöglichen es Betrieben, auf schwankende Auftragslagen, personelle Engpässe und Kundenwünsche zu reagieren. Hier braucht es definitiv andere Lösungen."

Dittrich hofft, dass die Bundesregierung alle Maßnahmen als Ganzes umsetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angekündigt, genau das tun zu wollen. Die Maßnahmen könnten nur in ihrer Gesamtheit funktionieren. Es sei deswegen nicht zielführend, einzelne Empfehlungen der Kommission nicht aufzugreifen.

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Text: / handwerksblatt.de

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