Die Rolle vorwärts bringt nicht nur Kinder  in Schwung – sie schult die Beweglichkeit.

Die Rolle vorwärts bringt nicht nur Kinder in Schwung – sie schult die Beweglichkeit. (Foto: © vitalinka/123RF.com)

Purzelbaum: Mehr als nur eine Rolle

Panorama

Aus einem Scherz heraus hat sich der 27. Mai als Welttag des Purzelbaums etabliert. Der macht Spaß und wird sogar therapeutisch eingesetzt.

Man kann es so erklären: Alle Punkte eines Körpers bewegen sich in dieselbe Richtung um eine Drehachse. Aber man kann auch einfach Purzelbaum sagen. Der heutige Erscheinungstag des Deutschen Handwerksblatts, der 27. Mai, ist nämlich der Welttag des Purzelbaums. Dies verdanken wir dem evangelischen Theologen und Pfarrer Jörg Wilkesmann-Brandtner, der 2009 am besagten Maitag das Gedicht "Der Purzelbaum" von Christian Morgenstern in seinem Blog "Theomix" veröffentlichte und diesen kuriosen Feiertag ins Leben rief. Was als Scherz gemeint war, hat sich aber fest im Kalender verankert. Sprachlich ist der Begriff eine Zusammensetzung von Sturz, umgangssprachlich purzeln oder genauer: dem mittelhochdeutschen burzeln, und sich aufbäumen. Der Volksmund hat viele Varianten für den 450 Jahre alten Begriff, der laut Duden erstmals 1571 schriftlich auftauchte, etwa Kusselkopf oder Kalabums. Turner hingegen sprechen schnöde von einer Rolle, bei der sich der Purzelbaumschlagende aus eigener Kraft überschlägt.

Zumindest die Älteren dürften schon einmal die Redewendung gehört haben, man könne vor Freude Purzelbäume schlagen. Wie viel Spaß das machen kann, lässt sich am Strahlen der Gesichter kleiner Kinder ablesen, wenn sie auf der Wiese oder im Sandkasten herumtollen – auch wenn dieser Anblick seltener geworden ist. So selten, dass der Postillon nur ein halbes Jahr nach Wilkesmann-Brandtner den Purzelbaum vom Aussterben bedroht sah. "Vor allem in den letzten Jahrzehnten wurden die Bestände insbesondere durch den Vormarsch von Videospielen und Fernsehen, den natürlichen Feinden des Purzelbaums, immer weiter dezimiert", schrieb die Satire-Postille augenzwinkernd. Allerdings sollte man es mit dem Purzelbaum auch nicht übertreiben. Denn – kein Scherz – zu den Nebenwirkungen exzessiven Purzelbaumschlagens zählen Schwindelgefühl und Orientierungslosigkeit. Hier hilft nur noch Hinsetzen, gleichmäßig Atmen und die Augen auf einen Punkt zu fokussieren, um wieder einen klaren Kopf zu kriegen. Und hilfreich ist auch eine rutschfeste, weiche Unterlage wie eine Isomatte. Denn wer es nicht so mit der Koordination hat, kann ziemlich hart aufschlagen. Nur Risiken bietet der Purzelbaum aber nicht: Um die Ohrensteinchen, die einen Drehschwindel auslösen können, wegzubekommen, erhalten diese Patienten sogar eine Purzelbaum-Therapie!

 

So wird's gemacht Anleitung Die Rolle vorwärts kann man aus dem Stehen heraus ausführen, Ungeübte sollten es erst mal aus der Hocke heraus versuchen: Ausgangslage: Füße nebeneinander, bis Hüftbreite, dann den Oberkörper nach vorne neigen, die Arme hängen lassen, wobei die Handflächen nach unten zeigen. Durchführung: Handflächen auf den Boden abstützen, am besten in Schulterbreite, und sich gleichzeitig mit den Beinen abstoßen und nach vorne rollen. Der Rücken sollte dabei rund sein und das Kinn zur Brust gezogen. Berührt der Rücken den Boden, die Hände anziehen und anschließend in der Hocke landen – fertig!

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Text: / handwerksblatt.de

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