Die Pulteny Bridge in Bath ist eine Brücke über dem Fluss Avon.

Die Pulteny Bridge in Bath ist eine Brücke über dem Fluss Avon. (Foto: © DHB)

Bristol und Bath: Ein erlebnisreiches Duo

Jenseits von London bietet das britische Königreich in Südengland zwei Orte, die jenseits aller Touristenströme mit Lifestyle und Geschichte überraschen.

Shaun das Schaf, Gromit oder Wallace sind waschechte Bristolians. Die liebenswerten Knetfiguren stammen aus den Aardman Studios. Die Produktionsfirma für Animationsfilme hat in der Stadt Bristol ihren Kreativsitz. Mit der Nähe zum Meer und eingebettet in eine grüne Landschaft, hat die in Südengland gelegene Stadt seit jeher Künstler und Musiker in ihren Bann gezogen. In den 90ern sorgten Bands wie Massive Attack und Portishead mit ihrem Trip Hop für Aufmerksamkeit. Stars wie Nik Kershaw stammen von hier. Ebenso Paul Potts, Gewinner der TV-Castingshow "Britain’s Got Talent".

Die Stadt mit ihrer langen Geschichte und glorreichen Bauwerken aus fast jeder Epoche hat zudem eines der größten Geheimnisse der Gegenwart zu bieten. Bei einem Rundgang entdecken Besucher an den Backsteinhäusern die berühmte Street-Art-Kunst des Künstlers Banksy. So wenig, wie über ihn bekannt ist, eins ist sicher: auch er ist ein Bristolian. Für 3,99 Euro können Kunstliebhaber den "Banksy Bristol Trail" als App herunterladen und Bilder wie den "Well Hung Lover", "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" und viele weitere Meisterwerke an den urbanen Fassaden Bristols entdecken.

Städte-Hopping in Süd-England

Ein Spaziergang durch die Stadt Bristol kommt dem Besuch einer Kunstgalerie gleich. Foto: © DHBEin Spaziergang durch die Stadt Bristol kommt dem Besuch einer Kunstgalerie gleich. Foto: © DHB

Eine beschauliche Möglichkeit, die Stadt zu erkunden, ist eine Fahrt mit einem Wassertaxi der Bristol Ferry Boats. In den typisch gelb-blauen Booten geht es auf dem Fluss Avon im 40-Minuten-Takt vorbei an beeindruckenden Bauwerken wie die Bristol Cathedral. Sie kann auf eine 900-jährige Geschichte blicken und ist vor allem wegen ihrer einzigartigen Architektur bekannt. Wieder an Land, ragt dreißig Minuten Fußweg entfernt die in 75 Metern Höhe verlaufende Brücke über den Fluss Avon. Die Kettenbrücke ist das Wahrzeichen der Stadt. 1864 fertiggestellt, bietet sie einen malerischen Blick auf Bristol.

Mehrfach wurde Bristol als beste Stadt Großbritanniens ausgezeichnet. Junge Menschen prägen das Stadtbild. Ein wichtiger Treffpunkt für sie und Besucher der Stadt sind die sogenannten "Cargos". Im ehemaligen Hafen werden in einfachen Schiffscontainern Streetfood und Getränke angeboten. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt die "SS Great Britain". Entworfen von Isambard Kingdom Brunel, war der Passagierdampfer das erste Stahlschiff, das mit einem Propellerantrieb ausgestattet wurde. Heute erzählt das interaktive Dockyard Museum die nicht immer lustige Seefahrt des 19. Jahrhunderts. Computeranimiert erhalten Besucher einen lebhaften Eindruck von der Enge und den unglaublichen Gerüchen, dem "Big Stink", denen Passagiere und Besatzung gleichermaßen ausgesetzt waren.

Bath ist nur 15 Minuten von Bristol entfernt

Der Hund Gromit als Gallionsfigur auf einem der gelb-blauen Wasser-Taxis in Bristol. Foto: © DHBDer Hund Gromit als Gallionsfigur auf einem der gelb-blauen Wasser-Taxis in Bristol. Foto: © DHB

An die Geschichte vergangener Epochen knüpft nahtlos die Stadt Bath in der Grafschaft Sommerset an. Nur 15 Minuten mit dem Zug von Bristol entfernt, ist die Stadt ein idealer Ausflugsort, um den Südwesten ein wenig mehr zu erkunden. Schon die Römer schätzten die Stadt wegen ihrer heißen Quelle. Besucher können das Badehaus besichtigen und über die Techniken der guten alten Römer staunen. Die Bäder hatten nicht nur eine wichtige soziale Komponente: vor allem konnten die sonnenverwöhnten Römer an diesem Ort ein wenig dem nasskalten Wetter Englands entfliehen. Von ihrem hohen technischen Know-how zeugen die eingebaute Fußbodenheizung und Wasserleitungen. Baden ist heute dort nicht mehr möglich. Gleich daneben bietet jedoch das "Thermae Bath Spa" alles, was der moderne Mensch des 21. Jahrhunderts von einem Thermalbad erwartet.

Ab dem 18. Jahrhundert waren es die Briten, die von dem magischen Ort mit seinem heilenden Wasser angelockt wurden. "Die meisten reisten ungewaschen an. Nach ihrem ersten Bad war das Wasser schmutzig und es stank", erklärt Joy Roberts die weniger saubere Geschichte der Thermalquellen bei einem Stadtrundgang. Das unter Denkmalschutz stehende "Royal Mineral Water Hospital" erinnert noch heute an das Hospital für alle Menschen von Doktor William Oliver. Davon überzeugt, dass Menschen mit Rheuma im Heilwasser Linderung erfahren, empfahl er ein Bad von drei Stunden und die Einnahme von sechs Litern Thermalwassers. Untermauert wurde seine These durch das "Bath Oliver" oder "Bath-Brötchen". Ein reichhaltiges Nahrungsmittel, dessen Rezept der Arzt später an seinen Kutscher weitergab. Der verdiente sich mit dem Gebäck eine goldene Nase. Der später daraus resultierende Keks wird immer noch mit dem Konterfei des Arztes hergestellt. Und immer noch ist das Rezept geheim.

Gebäck aus Bath Wenn wir schon einmal beim Thema Gebäck sind: Ein absolutes Muss ist das "Pump Room Restaurant" im Abbey Church Yard unweit des römischen Bades. Von dort wurde das Thermalwasser in den Raum gepumpt. Gäste genießen nach wie vor ein Glas Wasser aus dem Brunnen. Highlight aber ist eine absolut britische Teatime mit allem Pomp, die sich jeder bei einem England-Besuch nur wünschen kann. Elegant gekleidete Kellner servieren mit der entsprechenden Contenance auf einer Etagere kleine köstliche Sandwich-Ecken, Scones und Clotted Cream. Begleitet wird die Teezeremonie in den georgianischen Räumen von dem "Pump Room Trio" oder einem Pianisten.

Bustour durch Bristol

Der Hung Well Lover von dem berühmten Street-Art- Künstler Banksy an einer Fassade in Bristol. Foto: © DHBDer Hung Well Lover von dem berühmten Street-Art- Künstler Banksy an einer Fassade in Bristol. Foto: © DHB

Satt und glücklich endet ein Tag in Bath mit einem Rundgang vorbei an der einzigartigen Architektur von Vater und Sohn John Wood. Entweder zu Fuß oder mit einer "Hop-on-Hope-off-Bustour" geht es vorbei an Prachtbauten der georgianischen Zeit. Die Häuser mit ihren zahlreichen Kaminen auf dem Dach bilden eine ideale Kulisse für Mary Poppins. Mit aufgespanntem Schirm hat sie auf den Dächern von Bath viel Platz zu landen. Das beeindruckende Royal Crescent, ein Komplex aus dreißig Wohnhäusern, ist wegen der halbmondförmigen Bauweise über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Das Bauwerk wie auch der Wohnkomplex "The Crescent" wurden von John Wood dem Älteren entworfen.

Die To-do-Liste ist lang. Erfahren Sie im Jane-Austen-Zentrum von Schauspielern in historischen Kostümen mehr über das Leben der Schriftstellerin. Sie hat ein Weilchen in der Stadt gelebt. Einen Besuch wert ist auch das Fashion Museum oder die Victoria Art Gallery. Gehen Sie in Kombination mit Bristol auf Entdeckungstour zweier Städte voller Geschichten und so manch liebenswerter britischer Gepflogenheit.

Anreise und InfosAnreise Von verschiedenen Flughäfen zum Bristol Airport ab 135 Euro 
Übernachtung in Bristol "The Bristol", Prince Street, +44 117 923 0333  Ab 152 Euro pro Nacht. Bath Francis Hotel Queen Square, ab 224 Euro die Nacht.
Essen Im Pieminister gibt es typisch britische Pies. The Pump Room: Typische Teatime. 
Sehenswürdigkeiten SS Great Britain; Clifton Suspension Bridge und Clifton Village; Informationen über beide Infos Hier gibt es weitere Informationen zu beiden Städten.

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Text: / handwerksblatt.de

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