Noch hat das nordrhein-westfälische Bauhandwerk gut zu tun. Die Bauverbände.NRW befürchten aber Auftragslöcher in den nächsten acht bis zwölf Wochen.

Noch hat das nordrhein-westfälische Bauhandwerk gut zu tun. Die Bauverbände.NRW befürchten aber Auftragslöcher in den nächsten acht bis zwölf Wochen. (Foto: © Dimitry Kalinovsky/123RF.com)

Bauverbände.NRW befürchten Auftragslöcher

Politik

Die Bauverbände.NRW befürchten, dass es mit der Corona-Krise zu Auftragslöchern kommen könnte und fordert die Kommunen auf, die Vergabe von öffentlichen Aufträgen nicht länger aufzuschieben.

Trotz erheblicher Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie arbeitet das nordrhein-westfälische Bauhandwerk an vielen Baustellen weiter. Allerdings befürchten die Bauverbände.NRW, dass es in naher Zukunft zu Auftragslöchern kommen könnte. Es sei fraglich, wie lange das Auftragspolster noch ausreiche. Zum Jahresanfang seien die Auftragsbücher vieler Bauunternehmen in Nordrhein-Westfalen noch gut gefüllt gewesen, nun sei das Polster geschrumpft.

"Wir sind zwar froh, dass es bisher noch gelungen ist, die Bautätigkeit in Nordrhein-Westfalen weitgehend aufrechtzuerhalten. Allerdings ist dies insbesondere dem Auftragspolster zu verdanken, mit dem die Branche noch in das Jahr 2020 gestartet ist", sagt Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände. Angesichts der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Pandemie sind nun viele Vorhaben auf Eis gelegt. Damit bräche ein großer Teil der Aufträge weg. Unternehmer seien derzeit zurückhaltend und stellten Investitionen für neue Industrieanlagen oder Büros vorerst zurück.

Öffentliche Projekte ausschreiben

"Gleiches gilt für die privaten Haushalte. Sind Arbeitnehmer in Kurzarbeit, werden sie jetzt weder ein Haus bauen wollen noch Sanierungsarbeiten in Auftrag gebe“, so Schulte-Hiltrop. "Hinzu kommt, dass in den letzten Wochen auch die Vergabe kommunaler Bauaufträge erheblich ins Stocken geraten ist. Infolge des Lockdowns waren die zuständigen Ämter nur schwach oder überhaupt nicht besetzt. Uns treibt daher die große Sorge, dass in acht bis zwölf Wochen vielerorts Auftragslöcher entstehen, die zum Stillstand führen werden."

Die Bauunternehmen könnten nach den Schwierigkeiten durch die Krise, die auch bei der Bauwirtschaft zu Einschränkungen und Problemen sowie Auftragsausfall geführt habe, eine solche Phase nicht überbrücken, sagt Schulte-Hiltrop. Er fordert: "Angesichts der stufenweisen Lockerungen muss daher jetzt insbesondere die Bauvergabe in den Kommunen wieder erfolgen. Wir erwarten von der Politik, dass jetzt gerade im öffentlichen Bau weiter Projekte ausgeschrieben, vergeben und abgewickelt werden."

Text: / handwerksblatt.de

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