Die Teilhabe an der höherqualifizierenden Berufsbildung dürfe nicht an persönlichen finanziellen Hürden scheitern.

Die Teilhabe an der höherqualifizierenden Berufsbildung dürfe nicht an persönlichen finanziellen Hürden scheitern. (Foto: © Volker Schlichting/123RF.com)

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Meisterausbildung soll kostenfrei werden

Bayern macht sich im Bundesrat für eine kostenfreie Meisterausbildung stark. Das Handwerk begrüßt die Initiative. Eine Kostenentlastung sei dringend notwendig, um mehr Fachkräfte zu qualifizieren.

Der Bundesrat hat mit einer Entschließung die Entlastung von angehenden Meistern gefordert. "Mit der Entschließung soll die Bundesregierung aufgefordert werden, die Meisterausbildung und gleichgestellte Ausbildungsgänge kostenfrei zu stellen und diese Kostenfreiheit gesetzlich zu verankern – etwa durch Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes", heißt es in einem entsprechenden Antrag des Freistaates Bayern.

Das Bundesland verweist dabei auf den schon bestehenden Fachkräftemangel, der sich in Zukunft noch verstärken werde. Es gelte, einen möglichst breiten Bestand an Fachkräften, Ausbildern und künftigen Betriebsinhabern durch den Meisterbrief und gleichgestellte Abschlüsse zu befähigen. Zur umfassenden Gleichstellung aller Bildungszweige sei die Kostenfreiheit auch für Fortbildungen an Fachschulen und Fachakademien nötig. Der Bund solle die Kosten dafür übernehmen.

Berufsbildung nicht benachteiligen

Links- Hier finden Sie die von Bayern eingebrachte Entschließung des Bundesrats.
- Hier lesen Sie mehr zur den Plänen Bayerns auf Landesebene.
Die Teilhabe an der höherqualifizierenden Berufsbildung dürfe weder an persönlichen finanziellen Hürden scheitern, noch gegenüber der dazu in Konkurrenz stehenden gebührenfreien akademischen Ausbildung benachteiligt werden, heißt es dann in der Entschließung des Bundesrats. Er fordert die Bundesregierung deswegen auf, die Kostenfreiheit der Meisterausbildung sowie gleichgestellter Weiterbildungen gesetzlich zu verankern. Die derzeit bestehende Förderung durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) sei nicht ausreichend und müsse zu einer kostenlosen Meisterweiterbildung ausgebaut werden.

"Um eine umfassende Gleichstellung aller Bildungszweige zu erreichen, fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, die Fortbildungen an Fachschulen und Fachakademien ebenfalls über das AFBG mit Bundesmitteln kostenfrei auszugestalten." Gleichbehandlung mit der kostenfreien akademischen Bildung sei wichtig, weil Berufsentscheidungen auch durch Fortbildungskostenunterschiede beeinflusst werden. Sie sollten aber nur von "langfristigen Perspektiven" geleitet sein. "Nur so wird individuelles Leistungsvermögen auf dem Arbeitsmarkt auch leistungsoptimierend eingesetzt."

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In Leistungsträger investieren

Die Entwicklung von qualifiziertem Fachpersonal und Führungskräften und Ausbildungspersonal sei unverzichtbar für die Absicherung einer gesunden Struktur an Betrieben und mittelständischen Unternehmen. "Auch das bewährte System der dualen Berufsausbildung funktioniert nur dann, wenn im notwendigen Umfang qualifizierte Ausbilder zur Verfügung stehen. Deshalb gilt es gerade jetzt, in das Können und die Weiterbildung unserer Leistungsträger zu investieren." Auch mit Blick auf die kostenfreie akademischen Bildung bräuchten alle anderen Bildungszweige mehr Wertschätzung.

Jörg Dittrich Foto: © André Wirsig / HWK DresdenJörg Dittrich Foto: © André Wirsig / HWK Dresden

Das Handwerk begrüßt die Initiative des Bundesrats. Die Entlastung von Meistern und Fortbildungsteilnehmern sei dringend notwendig,um mehr Fachkräfte im Handwerk zu qualifizieren. "Denn in den nächsten fünf Jahren stehen allein im Handwerk rund 125.000 Betriebsnachfolgen an. Dafür braucht das Handwerk dringend qualifizierte Meisterinnen und Meister", erklärt Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Außerdem sei es wichtig, dass mehrere Fortbildungen auf der Meisterstufe gefördert werden.

Den Worten Taten folgen lassen

"Nun müssen den Worten aber auch Taten folgen. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes muss zeitnah angestoßen werden. Daher sollte seitens der Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Gesetzesentwurf eingebracht werden." Bayern hatte schon im Januar angekündigt, auf Landesebene noch in diesem Jahr die Grundlagen zu schaffen, damit dort Meisterausbildung kostenfrei wird.

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Text: / handwerksblatt.de

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