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Unternehmer werden zu Parlamentariern

Beim fünften Europäischen Parlament der Unternehmen in Brüssel schlüpfen Unternehmer für einen Tag in die Rolle von Europa-Parlamentariern.

Beim Europäischen Parlament der Unternehmen in Brüssel nehmen Unternehmer auf den Sitzen der EU-Abgeordneten Platz. Foto: © Santiago Rodriguez Fontoba/123RF.com
Beim Europäischen Parlament der Unternehmen in Brüssel nehmen Unternehmer auf den Sitzen der EU-Abgeordneten Platz.

Ein eindrucksvolles Zeichen für eine starke europäische Wirtschaft setzen rund 500 Unternehmer aus ganz Europa in Brüssel. Beim 5. Europäischen Parlament der Unternehmen (EPdU) schlüpfen sie für einen Tag in die Rolle ihrer nationalen Abgeordneten. "Das Handwerk braucht eine starke EU. Sie ist Garant für Wohlstand, Stabilität und Frieden", sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. "Aber der Mehrwert Europas muss für unsere Betriebe wieder klarer erkennbar werden. Weniger Bürokratie und mehr praxistaugliche Lösungen müssen das Ziel sein." Europa müsse dort tätig werden, wo es darum geht, den Betrieben einen verlässlichen Rahmen für ihr wirtschaftliches Handeln zu geben, überbordende und unnötige Detailregelungen dagegen schafften nicht die notwendige Akzeptanz.

Europa sei zu wichtig, um es anderen zu überlassen, so Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. "Die Wirtschaft muss sich aktiv einbringen, wenn es um die Zukunft Europas geht, das gilt insbesondere in diesen Zeiten. Dabei ist der Erhalt und Ausbau des Binnenmarktes für die deutsche Wirtschaft von überragender Bedeutung. Denn nur mit einem starken Binnenmarkt und einem mutigen und geschlossenen Auftreten kann Europa die vielen Herausforderungen bewältigen, die derzeit auf uns zurollen."

EU-Politiker stehen Rede und Antwort

Das Europäische Parlament der Unternehmen wird vom europäischen Kammerdachverband Eurochambres organisiert. Die Unternehmer können dabei im Hemicycle des Parlaments ihre Fragen direkt an die EU-Vertreter richten: zur beruflichen Bildung und dem Fachkräftemangel, zur Handelspolitik und dem zunehmenden Protektionismus, zum Brexit und zur Zukunft Europas. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, Handelskommissarin Cecilia Malmström und Michel Barnier, Brexit-Chefunterhändler der EU-Kommission, werden Rede und Antwort stehen.

Aus Deutschland werden 96 Unternehmer aus verschiedenen Branchen und dem gesamten Bundesgebiet in Brüssel dabei sein – entsprechend der Anzahl der deutschen Abgeordneten im Europäischen Parlament. Die deutsche Delegation wird vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und den Wirtschaftsjunioren Deutschlands gestellt. Dabei gibt es für die Teilnehmer im Rahmen des Treffens zahlreiche Möglichkeiten, sich mit EU-Vertretern auszutauschen. So wird EU-Kommissar Günther Oettinger zu den Unternehmern sprechen. Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, sowie die Europaabgeordneten Daniel Caspary und Reinhard Bütikofer stehen für Diskussionsrunden bereit.

Das Programm und weitere Informationen zum EPdU finden Sie auf Englisch unter:
parliament-of-enterprises.eu

Text: / handwerksblatt.de

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