Ein kurzfristiger Geldmarkt- oder Eurokredit kann den Dispo ergänzen oder ganz ersetzen.

Ein kurzfristiger Geldmarkt- oder Eurokredit kann den Dispo ergänzen oder ganz ersetzen. (Foto: © martinak/123RF.com)

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Geschäftskredite clever nutzen: Alternativen zum Dispo

Der Kontodispo ist bequem, aber teuer. Dabei gibt es längst günstigere Alternativen – vom flexiblen Abrufkredit bis zum Eurokredit. Wir geben einen Überblick.

Viele kleine und mittlere Unternehmen nutzen den sogenannten Kontodispo auf ihrem Geschäftskonto, weil sich dieser unkompliziert handhaben lässt. Doch diese Bequemlichkeit kostet: Zinssätze von zwölf Prozent und mehr sind inzwischen keine Seltenheit. Bei einer geduldeten Überziehung kommen zusätzliche Kosten hinzu, sodass die Gesamtbelastung schnell an die zwanzig Prozent heranreicht.

Da Banken den Dispo meist mit variablem Zinssatz oder kurzer Zinsbindung anbieten, bleibt die Zinsentwicklung schwer kalkulierbar. Dennoch existieren zum Dispo oft deutlich günstigere Kreditformen – wichtig ist, sich vor Vertragsabschluss über die genauen Konditionen zu informieren. Auch hier gilt: Hartnäckiges Verhandeln ist angesagt.

Abrufkredit oder Rahmenkredit

Eine regelmäßig mehrere Prozentpunkte günstigere Alternative zum Dispo stellt der Abruf- oder Rahmenkredit dar. Innerhalb des vereinbarten Kreditrahmens können Betriebe flexibel über Geld verfügen. Zusätzlich vereinbaren viele Anbieter feste Tilgungsraten, die sich an den finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens orientieren. Für kleinere Mittelbetriebe ist der Abrufkredit oft besonders interessant, da der Zinssatz – abhängig von der Bonität – meist einige Prozentpunkte unter dem des Dispos liegt.

Manche Banken bieten den Abrufkredit allerdings nur Privatpersonen an oder begrenzen die Kredithöhe auf Beträge wie 25.000 oder 50.000 Euro. In solchen Fällen kommt es auf gutes Verhandlungsgeschick an, um individuelle Lösungen zu erreichen.

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Geldmarkt- oder Eurokredit

Auch ein kurzfristiger Geldmarkt- oder Eurokredit kann den Dispo ergänzen oder ganz ersetzen. Manche Banken ermöglichen es, die bisherige Kreditlinie aufzuteilen, sodass ein Teil als Eurokredit genutzt wird. Üblicherweise muss der Kredit während der gesamten Laufzeit vollständig in Anspruch genommen werden. Kurzzeitige Teilnutzungen muss man separat vereinbaren. Die Laufzeiten bewegen sich meist zwischen einem Monat und einem Jahr; mögliche Verlängerungen sollte man rechtzeitig mit der Bank abstimmen.

Bei einer bloßen Aufteilung des bisherigen Kontokorrentrahmens verlangen die Banken in der Regel keine neuen Sicherheiten, da sich das Kreditvolumen nicht ändert. Wird der Eurokredit zusätzlich bereitgestellt, hängt eine eventuelle Besicherung von einer neuen Bonitätsprüfung ab.

Einige Banken bieten darüber hinaus Eurokredite in Fremdwährungen an. Dabei bestehen jedoch Wechselkursrisiken. Ob sich eine solche Variante in Verbindung mit einer Währungsabsicherung lohnt, sollten Kunden im Einzelfall mit dem Kreditinstitut besprechen. 

Der Akzeptkredit

Der Akzeptkredit spielt inzwischen nur noch eine geringe Rolle, kann jedoch ebenfalls eine Finanzierungsalternative sein. Dabei akzeptiert die Bank einen vom Kunden ausgestellten Wechsel und verpflichtet sich, diesen gegenüber einem Dritten einzulösen. Die Bank übernimmt diese wechselrechtliche Haftung nur, wenn der Kreditnehmer den Wechselbetrag rechtzeitig zum Fälligkeitstermin bereitstellt. Üblich sind kurze Laufzeiten von bis zu drei Monaten.

Stichworte zu kurzfristigen Krediten

  • Kreditlinie (Kreditrahmen): Der vom Kreditgeber bereitgestellte Betrag. 
  • Genehmigte Überziehung: Der Kontoinhaber darf innerhalb dieser Grenze über den vereinbarten Betrag verfügen. 
  • Geduldete Überziehung: Die Bank erlaubt eine Überschreitung des Kreditrahmens, berechnet dafür aber zusätzliche Zinsen. 
  • Prolongation: Verlängerung der Kreditlaufzeit. Dabei werden meist auch Zinssatz, Kredithöhe oder Sicherheiten neu verhandelt. 
  • Variabler bzw. fester Zinssatz: Variable Zinsen können sich kurzfristig ändern; feste Zinsen gelten auf die gesamte Laufzeit. 
  • Euribor (European Interbank Offered Rate): Dieser Zinssatz dient bei Eurokrediten als Orientierung für den Kundenzins.
  • Wechsel: Urkunde mit einer unbedingten Zahlungsanweisung, die beim Akzeptkredit eine hohe Sicherheit bietet. 

Darauf sollten Unternehmen bei Kurzfristkrediten achten

  • Angebote vergleichen: Betriebe sollten sich von ihren Banken verschiedene Kreditarten vorstellen lassen und auch Nebenbanken prüfen. Andere Geldinstitute bieten oft interessante Alternativen, die die Hausbank nicht im Programm hat. 
  • Bonität realistisch einschätzen: Bei Zweifeln an der Kreditwürdigkeit sollten Unternehmen mit der Bank zusammen die Ursachen klären. Oft lassen sich kurzfristig Maßnahmen finden, um die Bonität zu verbessern. 
  • Sicherheiten gezielt einsetzen: Kreditsicherheiten können helfen, bessere Konditionen zu verhandeln. Wichtig ist, die Bewertung dieser Sicherheiten offenlegen zu lassen. 

Extratipp: Dispo nicht für Investitionen

Investitionen im Betrieb sollten nicht – auch nicht vorübergehend – über den Dispo laufen. Dennoch passiert dies häufig in der Praxis. Dafür eignen sich deutlich günstigere Investitionsdarlehen, die nicht nur Hausbanken, sondern auch öffentliche Förderbanken anbieten.

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Text: / handwerksblatt.de

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