Cool und edel – Verbundausbildung bei Soeffing und Knedel. Patrick Tilmes (l.) und Oliver Knedel (r.) teilen sich einen Azubi. Der Kälte-/Klimatechnik-Betrieb Soeffing aus Düsseldorf und Elektro Knedel aus Meerbusch bilden Sebastian Noth (M.) gemeinsam zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik aus.  Mit ihrer gewerkeübergreifenden Kooperation holen sie in der Ausbildung nach, was im Arbeitsalltag längst Standard ist - die Verflechtung der verschiedenen Gewerke auf den Baustellen. Ab dem Sommer kommt ein weiterer Partner dazu. Soeffing wird mit der Sebastian Fuchs Bad und Heizung GmbH und Co. KG zwei Lehrstellen zum SHK-Anlagenmechaniker im Verbund anbieten.

Cool und edel – Verbundausbildung bei Soeffing und Knedel. Patrick Tilmes (l.) und Oliver Knedel (r.) teilen sich einen Azubi. Der Kälte-/Klimatechnik-Betrieb Soeffing aus Düsseldorf und Elektro Knedel aus Meerbusch bilden Sebastian Noth (M.) gemeinsam zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik aus. Mit ihrer gewerkeübergreifenden Kooperation holen sie in der Ausbildung nach, was im Arbeitsalltag längst Standard ist - die Verflechtung der verschiedenen Gewerke auf den Baustellen. Ab dem Sommer kommt ein weiterer Partner dazu. Soeffing wird mit der Sebastian Fuchs Bad und Heizung GmbH und Co. KG zwei Lehrstellen zum SHK-Anlagenmechaniker im Verbund anbieten. (Foto: © Wilfried Meyer)

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Verbundausbildung als Bindeglied zwischen Elektro- und Kältetechnik

Betriebsführung

Im Bauhandwerk verschmelzen die Gewerke. Deshalb bilden Soeffing Kälte Klima und Elektro Knedel gemeinsam einen jungen Mann zum Elektroniker aus. Ein Zwischenfazit nach anderthalb Jahren Verbundausbildung.

Erst einmal stand der Azubi vor der falschen Tür. "Sebastian war bei uns ...", erinnert sich Oliver Knedel, "... und wir haben uns gewundert, wo er bleibt", vollendet Patrick Tilmes lachend den angefangenen Satz. Der Elektromeister aus Meerbusch und der Prokurist bei der Soeffing Kälte Klima GmbH aus Düsseldorf teilen sich seit rund anderthalb Jahren einen Auszubildenden. Sebastian Noth durchläuft in beiden Handwerksbetrieben eine Verbundausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. "Ich bin jeweils rund zwei Monate in meinen Ausbildungsbetrieben und einen Monat in der Berufsschule oder in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung", schlüsselt der 21-jährige Auszubildende die Aufteilung zwischen den verschiedenen Lernorten auf.

Motivation für Verbundausbildung

Mit einer gewerkeübergreifenden Verbundausbildung reagieren Patrick Tilmes und Oliver Knedel darauf, was auf den Baustellen längst an der Tagesordnung ist. "Gebäudesteuerung, Heizung, Wärmepumpe, Photovoltaik, Kältetechnik und Klimatechnik laufen immer stärker zusammen. Wir brauchen einen technisch versierten Fachmann, der die Brücke vom klassischen Elektro- zum Kältebetrieb schlägt", begründet Oliver Knedel seine Entscheidung, im Verbund auszubilden. Bei Soeffing ist es in erster Linie das klassische Argument. "Da unser Schwerpunkt auf der Kälte- und Klimatechnik liegt, können wir nicht alle Inhalte der Elektroniker-Ausbildung vermitteln, so dass wir uns nach einem breit aufgestellten Elektrobetrieb umgeschaut haben", erklärt Patrick Tilmes.

Verbundausbildung auf handwerksblatt.de Über die Anfänge der gewerkeübergreifende Verbundausbildung von Patrick Tilmes und Oliver Knedel berichten wir im Online-Artikel "Soeffing und Knedel bilden gemeinsam Elektroniker aus" auf handwerksblatt.de. Auf die Verbundausbildung innerhalb eines Berufs geht der Online-Artikel "Verbundausbildung zweier Uhrmacher in Gelsenkirchen und Bochum" auf handwerksblatt.de ein.

Organisation der Verbundausbildung

Die Soeffing Kälte Klima GmbH ist als Ausbildungsbetrieb im Ausbildungsvertrag eingetragen. Der Betrieb von Elektromeister Oliver Knedel wird als Kooperationspartner aufgeführt. Die Ausbildungsvergütung erhält Sebastian Noth von Soeffing. In punkto Pflege des Berichtshefts, Urlaubsantrag oder Krankmeldung ist Patrick Tilmes der alleinige Ansprechpartner.

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Bei organisatorischen Fragen sprechen sich die beiden Lernorte untereinander ab. "Die Aufteilung der einzelnen Ausbildungsabschnitte und die Schwerpunkte während der Ausbildung mussten wir für die Beantragung der Verbundausbildung bei der Handwerkskammer festlegen, im Tagesgeschäft sind wir aber trotzdem flexibel", betont Patrick Tilmes. Wird der Auszubildende über die vereinbarte Zeit hinaus gebraucht, etwa um einen Auftrag fertigzustellen, verständigen sich die beiden Betriebe auf dem kurzen Dienstweg.

Gesetzesgrundlage Die Möglichkeit, im Verbund ausbilden zu können, ist in §10, Absatz 5 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) festgelegt. Dort heißt es: "Zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen der Ausbildenden können mehrere natürliche oder juristische Personen in einem Ausbildungsverbund zusammenwirken, soweit die Verantwortlichkeit für die einzelnen Ausbildungsabschnitte sowie für die Ausbildungszeit insgesamt sichergestellt ist (Verbundausbildung)."

Rosige berufliche Zukunft 

Sebastian Noth fühlt sich wohl in der Verbundausbildung der beiden Handwerksunternehmen. "Wenn in dem einen Betrieb die Arbeiten zu monoton werden, ist man schon wieder im anderen Betrieb und kann neue Eindrücke sammeln", hebt er den sehr abwechslungsreichen Arbeitsalltag hervor. Er komme mit den Kollegen in beiden Betrieben gut zurecht, versichert der junge E-Handwerker.

"Sebastian ist ein Glücksgriff", lobt Patrick Tilmes den Verbund-Azubi. "Er ist sehr lernwillig und selbstständig. Wir können ihn im zweiten Ausbildungsjahr schon vielfältig einsetzen." Dies solle er demnächst auch bei gemeinsamen Bauvorhaben der Verbundpartner unter Beweis stellen. Als Beispiel führt Tilmes die Elektrozuleitung einer Klimaanlage für einen Supermarkt an.

Dass Sebastian Noth bereits während seiner Ausbildung Einblicke in zwei Berufe erhält, Kontakte zu vielen Kollegen und Kunden knüpft sowie die Kultur beider Firmen kennt, dürfte eine rosige Zukunft bedeuten. "Nach seiner Ausbildung stehen Sebastian viele Türen offen", ist der Prokurist und Ausbilder bei Soeffing überzeugt und schiebt hinterher: "hoffentlich bei uns oder bei Oliver Knedel."

Bewerbung zur Verbundausbildung Für die Bewerbung um einen der vier Ausbildungsplätze haben die drei Handwerksbetriebe eine separate E-Mail-Adresse eingerichtet. Wer ab dem 1. August 2023 eine Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei der Soeffing Kälte Klima GmbH und bei der Elektro Knedel GmbH beginnen möchte, schickt die Bewerbungsunterlagen an bewerbung@soeffing-knedel.de. Bei Interesse an der Verbundausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei der Sebastian Fuchs Bad und Heizung GmbH & Co. KG und der Soeffing Kälte Klima GmbH können die Bewerbungsunterlagen an ausbildung@fuchs-soeffing.de gesendet werden. 

Ausbildung ab 1. August 2023

Der erste gemeinsame Azubi ist bei Soeffing und Knedel auf einem guten Weg. Im April steht für Sebastian Noth der erste Teil der Gesellenprüfung an. 

Verbundausbildung zum Elektroniker

Nun wollen die Soeffing Kälte Klima GmbH und Elektro Knedel GmbH nachlegen. Sie setzen die Verbundausbildung unter dem Slogan "Cool und edel – Ausbildung bei Soeffing und Knedel" im Sommer 2023 fort. Die beiden Handwerksbetriebe würden gerne zwei Ausbildungsplätze zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik mit geeigneten Bewerberinnen oder Bewerbern besetzen.

Verbundausbildung zum SHK-Anlagenmechaniker

Patrick Tilmes hat offenbar Gefallen an einer gewerkeübergreifenden Kooperation gefunden. Ab dem Ausbildungsjahr 2023/2024 wollen Soeffing und die Sebastian Fuchs Bad und Heizung GmbH und Co. KG zwei Anlagenmechaniker/-innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik im Verbund ausbilden. "Wir haben zahlreiche gemeinsame Kunden", erklärt Patrick Tilmes. Deshalb wolle man die Zusammenarbeit mit dem SHK-Betrieb aus Düsseldorf, aber auch mit dem Elektro-Betrieb aus Meerbusch vertiefen.

Zeichnet sich da am Ende gar eine gewerkeübergreifende Verbundausbildung von drei Handwerksunternehmen ab? Patrick Tilmes winkt ab. "Nein, das würde den Rahmen dann wohl doch ein bisschen sprengen!"

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Text: / handwerksblatt.de

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