Der ZDB rechnet damit, dass die Bautätigkeit durch den Auftragsrückgang in den nächsten Monaten gebremst wird.

Der ZDB rechnet damit, dass die Bautätigkeit durch den Auftragsrückgang in den nächsten Monaten gebremst wird. (Foto: © kuzma/123RF.com)

Baugewerbe: Auftragseingänge brechen ein

Politik

Im Mai ist der Auftragseingang im Baugewerbe deutlich um 10,6 Prozent zurückgegangen. Wegen der Corona-Krise gebe es eine Investitionszurückhaltung bei Industrie und im Dienstleistungsbereich, so der ZDB.

Was sich in den ersten Frühlingsmonaten bereits angedeutet hatte, hat sich im Mai bestätigt. Nach einem rückläufigem Auftragseingang im Frühjahr im Baugewerbe ist der Eingang neuer Aufträge im Mai noch einmal deutlich eingebrochen. "Die Entwicklung der Auftragseingänge im Mai bestätigt die Einschätzung unserer Unternehmen. Der Rückgang der Order insgesamt um 10,6 Prozent fällt sehr deutlich aus und ist im Wirtschaftsbau mit minus 22 Prozent erwartungsgemäß besonders ausgeprägt", erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe

Besonders der Rückgang der Order im Wirtschaftshochbau im Mai um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt laut Pakleppa die Investitionszurückhaltung der Unternehmen aus der Industrie und aus dem Dienstleistungsbereich. Diese Unsicherheit sei eine Folge der Corona-Krise. Sowohl die exportorientierte deutsche Industrie als auch Handel und Gastronomie hätten mit großen Umsatzeinbußen zu kämpfen. "Dieses drückt auf die Investitionsbereitschaft. Auch im Wohnungsbau verzeichnen wir im Mai mit minus 4,6 Prozent, nach fast minus 13 Prozent im April, deutlich weniger Auftragseingänge als im Vorjahr."

"Die öffentliche Hand ist nun gefordert"

Hier zeigten sich die negativen Folgen steigender Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen. "Aufträge der öffentlichen Hand können den Einbruch nicht kompensieren. Sie erreichen selbst gerade das Vorjahresniveau, obwohl die Aufträge aus dem Straßenbau mit minus 5,5 Prozent wieder erheblich unter dem Niveau des Vorjahres verbleiben. Im gesamten bisherigen Jahresverlauf fehlen hier im Vergleich zum Vorjahr gut acht Prozent." Nun sei die öffentliche Hand gefordert. 

Die Unternehmen hätten im Vertrauen auf den vom Bund eingeleiteten Investitionshochlauf ihre Kapazitäten erweitert. Pakleppa: "Nun müssen die entsprechenden Aufträge endlich auf den Markt kommen. Auch beim Aufbau der Autobahn GmbH darf Corona nicht Ausrede für fehlende Aufträge sein. Darüber hinaus braucht der kommunale Straßenbau dringend Impulse. Die Anpassungen im Grundgesetz müssen nach der Sommerpause zügig beschlossen werden, damit das aufgelegte Konjunkturprogramm für die Kommunen auch wirksam werden kann.“

Auftragsrückgang bremst Bautätigkeit

Derzeit arbeiteten die Unternehmen immer noch die hohen Auftragsbestände vom Jahresbeginn ab. Diese Bautätigkeit werde durch den Auftragsrückgang in den nächsten Monaten gebremst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im Mai einen Umsatz von gut acht Milliarden Euro erwirtschaftet. Damit liegen sie etwa auf dem Niveau des Vorjahres (minus 0,5 Prozent). Der Umsatz betrug in den ersten fünf Monaten des Jahres kumulativ rund 40 Milliarden Euro (plus 7,1 Prozent).

Quelle: ZDB

Text: / handwerksblatt.de

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