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Datev wächst: Cloud-Services und KI für Rechnungswesen und Personal

Die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen und bei deren Steuerberatern schreitet voran. Cloud-Services und KI sorgen bei der Datev für ein kräftiges Umsatzplus.

Die Datev eG setzt ihren Wachstumskurs fort – vor allem mit Cloud-Lösungen für etwa 40.300 Steuerkanzleien und deren mittelständische Mandanten. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz der Genossenschaft auf 1,65 Milliarden Euro, ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Betriebsergebnis legte auf 132,3 Millionen Euro zu (Vorjahr: 92,8 Millionen Euro). Die Zahl der Kunden erhöhte sich deutlich um 23,8 Prozent auf rund 927.900 zum Jahresende. 

Datev-CEO Prof. Dr. Robert Mayr sieht darin vor allem Rückenwind für die digitale Transformation in Kanzleien und Unternehmen: Die kontinuierlich steigende Zahl an Kunden sei ein Beleg dafür, dass die angebotenen Lösungen die Digitalisierung steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Prozesse unterstützen – auch vor dem Hintergrund einer weitgehend stagnierenden Gesamtwirtschaft.

Cloud macht fast die Hälfte des Umsatzes

Das Wachstum werde maßgeblich von Cloud-Services getragen. Nahezu alle Produktgruppen legten zu, doch der Großteil der Mehreinnahmen stammt aus der Cloud: 63 Prozent des Umsatzwachstums gehen auf cloudbasierte Angebote zurück. Sie erzielen inzwischen 756,6 Millionen Euro und stehen damit für 45,9 Prozent des gesamten Datev-Umsatzes.

Zum Cloud-Segment zählen Rechenzentrumsleistungen in Rechnungswesen, Steuern, Wirtschaftsberatung und Lohnabrechnung sowie Dienste wie revisionssichere Archivierung und die geschützte Übermittlung von Daten an Institutionen wie Krankenkassen oder Finanzbehörden. Diese Angebote zielen auf eine durchgängig digitale Zusammenarbeit zwischen Kanzleien und deren – überwiegend mittelständischen – Mandanten.

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Zentrale Plattform für Unternehmen: Datev Unternehmen online

Die verbreitetste Cloud-Lösung bleibt "Datev Unternehmen online" mit derzeit über 750.000 Nutzern. Sie dient Unternehmen als zentrale Plattform für die digitale Bearbeitung von Rechnungen und die Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei.

Innerhalb des Datev-Systems spielt sie zudem eine Schlüsselrolle beim Umgang mit E-Rechnungen. Über Datev Unternehmen online werden dem Unternehmen zufolge aktuell Belege von rund 1,7 Millionen Unternehmen ausgetauscht. Für Inhaber mittelständischer Betriebe sei die Anwendung damit ein wichtiger Baustein, um Belegprozesse zu digitalisieren und den Datenaustausch mit der Kanzlei zu standardisieren. 

KI-Funktionen zunehmend integriert

Im Bereich Künstliche Intelligenz verfolgt Datev einen integrativen Ansatz: KI soll schrittweise in die bestehenden Anwendungen einfließen, statt als eigenständiges Produktportfolio zu laufen. Mittelfristig werde der KI-Umsatz nach Unternehmensangaben deshalb nicht mehr separat sinnvoll ausweisbar sein. Derzeit lassen sich KI-haltige Produkte jedoch noch einzeln betrachten. 2025 hat sich der Umsatz in diesem Bereich im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht.

Umsatzstärkstes KI-Produkt war der "Automatisierungsservice Rechnungen", der auf Basis künstlicher Intelligenz aus Rechnungsdaten Buchungsvorschläge erstellt. Für Kanzleien und Unternehmen zielt diese Automatisierung auf eine Beschleunigung der Rechnungsverarbeitung und eine Entlastung im Tagesgeschäft.

Rechnungswesen und Personalwirtschaft als Zugpferde

Unter den Produktgruppen bleibt das Rechnungswesen der stärkste Umsatzträger. Mit 610,8 Millionen Euro erzielte dieser Bereich erneut den höchsten Beitrag und wuchs absolut wie prozentual am stärksten. Das Plus von 71,5 Millionen Euro entspricht einem Zuwachs von 13,3 Prozent und macht gut die Hälfte (52,8 Prozent) des gesamten Umsatzwachstums aus. Die zweitstärkste Produktgruppe, die Personalwirtschaft, legte um 22,0 Millionen Euro auf 331,1 Millionen Euro zu (plus 7,1 Prozent).

Mit Datev-Software wurden im Monatsdurchschnitt 14,9 Millionen Arbeitnehmer abgerechnet (Vorjahr: 14,7 Millionen). Im Juli 2025 überschritt die Zahl der Beschäftigten mit einer Lohn- oder Gehaltsabrechnung aus einem Datev-System erstmals die Marke von 15 Millionen.

Digitalisierung der Lohnprozesse

Auch im Bereich Lohn und Gehalt forciert Datev die Digitalisierung. Mehr als ein Drittel (36,4 Prozent) der Abrechnungen wird inzwischen über das Portal "Arbeitnehmer online" ausschließlich elektronisch zugestellt. Ende 2025 waren dort 5,4 Millionen Beschäftigte registriert – rund 600.000 mehr als im Vorjahr. Für mittelständische Unternehmen bedeutet dies eine weitergehende Verlagerung der Personalprozesse in die Cloud – vom Datenaustausch mit der Kanzlei bis hin zur Bereitstellung der Lohn- und Gehaltsabrechnungen an die Mitarbeiter.

Quelle: Datev

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Text: / handwerksblatt.de

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