Teilschritte einer Umweltprüfung

Teilschritte einer Umweltprüfung (Foto: © Grafik: Umweltgutachterausschuss)

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Mit EMAS-Zertifikat Kosten senken

Auf dem Weg zu einem eigenen Umweltmanagementsystem begleitet das Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum die Unternehmen.

 "Den fünften Stern gibt es mit einem EMAS-Zertifikat, das ist für manche Betriebe Ansporn genug", sagt Stephan Hirsch, Berater beim Saar-Lor-Lux Umweltzentrum, einer Tochter der Handwerkskammer des Saarlandes. Mit dem fünften Stern meint er das Siegel "Meisterhaft" der deutschen Bauwirtschaft. Für Kunden ist es ein Beleg für höchste Qualität. Ein Handwerksbetrieb der Branche, zum Beispiel ein Dachdeckerbetrieb, kann diesen Stern zum Beispiel über ein EMAS-Zertifikat erhalten.

EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme. "Mit diesem Umweltmanagementsystem können ökologische und ökonomische Schwachstellen in Unternehmen beseitigt und Material, Energie und damit Kosten eingespart werden. Es nützt also nicht nur der Umwelt, sondern in erster Linie den Unternehmen", erklärt Hirsch. "Dabei wird der Betrieb auch in Sachen Einhaltung von Umweltgesetzen geprüft und unterstützt." Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder die Öffentlichkeit fordern zunehmend eine transparente Berichterstattung über Ökonomie, Ökologie und Soziales. Das gilt auch für Handwerksbetriebe. "Sie können so mit überschaubarem Aufwand und zum eigenen Nutzen konkrete betriebliche Verbesserungen für den Klima- und Umweltschutz einleiten - ganz im Sinne einer umfassenden Nachhaltigkeit. Und angesichts steigender Energie- und Materialkosten sparen sie am Ende auch noch Geld", so der Berater des Umweltzentrums.  

Umweltziele festlegen

Bei Interesse an einer EMAS-Zertifizierung besuchen er oder seine Kollegin Lisa Husermann den Handwerksbetrieb vor Ort. Die Ergebnisse der Basisberatung werden anschließend dokumentiert und dem Betrieb zur Verfügung gestellt. Entscheidet sich der Betrieb dann für den Zertifizierungsprozess, begleitet ihn das Umweltzentrum auf dem gesamten Weg.

Über Umweltziele wird dann die Umweltleistung kontinuierlich verbessert. Dabei ergeben sich zum Teil beachtliche Einsparpotenziale, zum Beispiel beim Verbrauch von Strom, Gas Heizöl oder Frischwasser.

Umwelterklärung erstellen

Alle Unternehmen, die sich an EMAS beteiligen, erstellen eine Umwelterklärung. Neben einer Darstellung der Umweltpolitik und des Umweltprogramms des Unternehmens werden darin die Umweltauswirkungen bewertet und konkrete Ziele zur Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes festgelegt. Am Ende des Prozesses steht die Begutachtung durch einen externen Umweltgutachter, der die Erklärung schließlich validiert. Sie wird dann gemeinsam mit dem EMAS-Logo auf der Homepage veröffentlicht und der Betrieb ins das offizielle EMAS-Register eingetragen.

Die EMAS-Zertifizierung dauert etwa ein Jahr und wird unter Umständen vom saarländischen Umweltministerium gefördert.  "Wir versuchen, den Prozess so schlank wie möglich zu gestalten und an das Unternehmen anzupassen", sagt Hirsch.

Effizientere Betriebsabläufe

Die Überzeugung, nachhaltig wirtschaften zu wollen, ist laut Hirsch die Grundvoraussetzung für eine EMAS-Zertifizierung. Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern rät er davon ab. Der interne Aufwand sei nicht zu unterschätzen, eine systematische Dokumentation und regelmäßige Schulungen seien notwendig.

Das kostet Ressourcen. Dafür minimiert der Betrieb seine Umweltrisiken, die Betriebsabläufe werden effizienter und er wird auf Wunsch Mitglied im Umweltpakt Saarland, den die saarländischen Unternehmensverbände und Kammern mit der Landesregierung geschlossen haben.

 

Hintergrund: Umweltberatung im Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum Hintergrund Die Expertinnen und Experten des Umweltzentrums unterstützten die saarländischen Handwerksbetriebe in allen Fragen zu Thema Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz, Energieeffizienz und Energiemanagement. Die Beratung findet am Telefon, per Videokonferenz oder am besten vor Ort im Betrieb statt. Neben den Umwelt-Audits und Umweltmanagementsystem wie EMAS bieten das Umweltzentrum Betrieben eine kostenlose Erstberatung und eine umfassende Anschlussberatung, etwa zu den Themen Gefahrstoffe und Lagerung, Abfall und Emissionen an. In einer DHB-Serie werden wir über die Beratungsangebote des Umweltzentrums berichten.
Kontakt Dr. Stephan Hirsch, 0681 5809209, s.hirsch@hwk-saarland.de, Lisa Husermann, 0681 5809176, l.husermann@hwk-saarland.de
Internet Hier geht es zum Online-Auftritt des Saar-Lor-Lux-Umweltzentrums.

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Text: / handwerksblatt.de

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