Die Digitalapplikation BackPlan der Backdigital GmbH erstellt mittels Künstlicher Intelligenz eine Absatzprognose für Bäckereien und Konditoreien. Damit verbessert die Software nicht nur die Warenverfügbarkeit in den Lebensmittelhandwerken. Die KI trägt auch zum nachhaltigen Wirtschaften bei, indem weniger teure Rohstoffe verschwendet werden.

Die Digitalapplikation BackPlan der Backdigital GmbH erstellt mittels Künstlicher Intelligenz eine Absatzprognose für Bäckereien und Konditoreien. Damit verbessert die Software nicht nur die Warenverfügbarkeit in den Lebensmittelhandwerken. Die KI trägt auch zum nachhaltigen Wirtschaften bei, indem weniger teure Rohstoffe verschwendet werden. (Foto: © Backdigital GmbH)

Backdigital will Bäcker und Konditoren bei der Digitalisierung unterstützen

Betriebsführung

Das Team um Malte Pfahl bietet seinen Kunden ein breites Portfolio an. Dazu gehören Beratung, aber auch Software wie die KI-gestützte Absatzprognose BackPlan, das Recruiting-Tool BackPersonal und eine Vorbestell-App.

Das Bäckerhandwerk durchläuft einen Konzentrationsprozess. Die Zahl der Betriebe nimmt seit Jahren ab. Demnächst dürfte die 10.000er-Marke der in die Handwerksrolle eingetragenen Unternehmen unterschritten werden. Druck kommt vom Lebensmitteleinzelhandel nicht nur bei den Preisen. Das Handwerk konkurriert auch bei der Personalsuche mit Edeka, Rewe, Aldi und Lidl. Gleichzeitig wird der Ruf der Verbraucher nach hochwertigeren und nachhaltigeren Produkten lauter.

Startschuss zu Backdigital

Malte Pfahl kennt diese Gemengelage. Er ist in einer Bäckerei und Konditorei groß geworden. Seinem Vater gehört das Café Königsberg in Itzehoe. Nach der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und der Fortbildung zum Handelsfachwirt – beides bei Ikea – hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in Berlin noch seinen Bachelor gemacht. "Danach habe ich bei einer Unternehmensberatung einige Digitalisierungsprojekte angestoßen und begleitet." Während dieser Zeit tauscht er sich mit seinem Vater aus. Sie überlegen, wie sich Tradition und Innovation miteinander vereinbaren lassen. "Daraus ist der Startschuss zu Backdigital gefallen."

Digitalisierung als Reise

Anna Katharina Lingmann, Thorsten Sobiech, Jonathan Fahlbusch und Malte Pfahl von Backdigital Foto: © Backdigital GmbHAnna Katharina Lingmann, Thorsten Sobiech, Jonathan Fahlbusch und Malte Pfahl von Backdigital Foto: © Backdigital GmbH

Im Frühjahr 2021 hat er sich zusammen mit Jonathan Fahlbusch selbstständig gemacht. Die beiden sind Geschäftsführer der Backdigital GmbH in Berlin. Das Start-up hat ein breites Portfolio von Lösungen entwickelt, mit dem es die Produktion in der Backstube verbessern, den Absatz erhöhen und die Wahrnehmung bei Verbrauchern und Bewerbern steigern kann.

Das 15-köpfige Team will Bäcker und Konditoren auf dem Weg der Digitalisierung ihrer Betriebe begleiten. Malte Pfahl zieht für diesen Prozess gerne das Bild einer Reise heran. "Unsere Beratung dient als Wegweiser, mit unseren digitalen Applikationen ebnen wir den Weg und begleiten die Betriebe bis ans Ziel." 

Rahmenbedingungen prüfen

Eine solche Reise will gut vorbereitet sein. Einige wenige Betriebe gehen gezielt auf ein Produkt wie das Prognose-Tool BackPlan zu. "Bei 90 Prozent der Anfragen schauen wir uns aber erst einmal an, wie die Rahmenbedingungen aussehen", erklärt Malte Pfahl. Dazu gehört die technische Infrastruktur wie die IT und das Warenwirtschafts- und Kassensystem. Das Team von Backdigital nimmt aber auch alle Wegbegleiter der Digitalisierungsreise in den Blick. "Die besten Tools und Services nützen nichts, wenn sich die Mitarbeiter gegen deren Einsatz wehren."

KI-gestützte Absatzprognose    

Foto: © Backdigital GmbHFoto: © Backdigital GmbH

Eines der Kernprodukte des Start-ups ist BackPlan. Künstliche Intelligenz (KI) stellt eine Prognose, wie sich Brot, Brötchen oder Gebäck über einen gewissen Zeitraum verkaufen werden. Die Software wird an das Kassen- und Warenwirtschaftssystem angedockt. Über eine bidirektionale Schnittstelle werden Daten entnommen, analysiert und in das System der Bäckerei oder Konditorei zurückgespielt.

"Das System lernt kontinuierlich dazu, so dass die Prognosen immer genauer werden", sagt Malte Pfahl. In die Berechnungen fließen Daten wie historische Absatzzahlen, das Wetter, Ferien- und Feiertage sowie besondere Ereignisse wie Veranstaltungen oder Baustellen ein. "BackPlan hat selbst die stark schwankenden Verkaufszahlen während der Corona-Pandemie extrem gut aufgefangen. Da kann man wirklich von Künstlicher Intelligenz sprechen." 

Effizientere und nachhaltigere Planung

Das Prognose-Werkzeug BackPlan unterstützt die Bäckereien und Konditoreien bei der Absatzplanung. Laut Backdigital lassen sich die Retouren um 20 Prozent reduzieren, der Umsatz um 12 Prozent steigern und die Ausverkäufe um 25 Prozent verringern. "Wir verbessern das betriebswirtschaftliche Ergebnis und minimieren die Verschwendung wertvoller Rohstoffe", bringt es der Geschäftsführer des Berliner Start-ups auf den Punkt. Da das KI-gestützte Prognose-Tool damit auch zum nachhaltigen Wirtschaften in den Backstuben beiträgt, unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Backdigital sowohl fachlich als auch finanziell.

Preise von BackPlan

Für die Nutzung von BackPlan fallen bei einer Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten ein Preis von 50 Euro pro Monat und pro Filiale an. Die Implementierung des Systems und der technische Support sind im Preis inbegriffen. "Eine klassische Testfunktion gibt es bei uns nicht, allerdings beginnt die Laufzeit des Vertrags erst nach drei Monaten", erklärt Malte Pfahl. Somit könne – wenn auch kostenpflichtig – BackPlan ein Vierteljahr getestet werden.     

Fallbeispiele KI Rund ums Handwerk gibt es bereits einige Anwendungsfälle, in denen Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz kommt. In unseren Artikeln erfahren Sie, wie Künstliche Intelligenz die Retourenquote in Bäckereien reduzieren kann, wie KI-Module die Hersteller und Besitzer von Landmaschinen unterstützen, wie ein Chatbot neue Mitglieder für die Handwerksorganisationen wirbt und wie KI den Mitarbeitern eines Online-Fachhändlers monotone Tätigkeiten abnimmt.   

Vorbestell-App von Backdigital

Als neuestes Feature hat Malte Pfahl vor kurzem auf der Online-Plattform "connecting experts" der Fachmesse "iba" die Vorbestell-WebApp präsentiert. "Sie könnte ein Alleinstellungsmerkmal für die backenden Betriebe werden." Das Programm wird auf der Internetseite der Bäckerei oder Konditorei eingebunden. Kunden können darüber noch am selben Tag ihre Bestellungen aufgeben und vor Ort abholen.

Der auf den backenden Betrieb angepasste Webshop wird auch von Suchmaschinen ausgelesen. "Wenn jemand ,Bäckerei‘ bei Google eingibt, kann über Google das Sortiment eingesehen werden und direkt beim Bäcker vorbestellt und bezahlt werden", erläutert der Backdigital-Geschäftsführer. Die Web-Applikation könne mit BackPlan verknüpft werden. "Zwingend notwendig ist es allerdings nicht."

Die Vorbestell-App von Backdigital für Bäcker und Konditoren wird voraussichtlich ab Januar 2022 verfügbar sein.

Tool für die Personalsuche

Im Bewerber-Management-System von BackPersonal können Bewerbungen direkt bearbeitet werden. Foto: © Backdigital GmbHIm Bewerber-Management-System von BackPersonal können Bewerbungen direkt bearbeitet werden. Foto: © Backdigital GmbH

Viele Bäckereien und Konditoren suchen händeringend nach Auszubildenden und neuen Mitarbeitern für den Verkauf und für die Produktion. BackPersonal soll sie bei der Akquise unterstützen. "Es handelt sich dabei um eine digitale Personalbeschaffungssoftware, die unter anderem auf den Karriere-Seiten des eigenen Internetauftritts implementiert wird", erklärt Malte Pfahl.

Die Stellenanzeigen werden in BackPersonal angelegt. Ein Multi-Posting-System ermöglicht, dass die Gesuche auf über 15 kostenfreien, aber auch auf kostenpflichtigen Jobportalen zielgenau erscheinen. Die Bewerbungen für den Verkauf oder für die Produktion in Bäckereien und Konditoreien können direkt im Bewerber-Management-System von BackPersonal bearbeitet werden.

Für den Backdigital-Gründer bietet BackPersonal den großen Vorteil, dass sich mit wenigen Klicks vieles zentral steuern lasse. "Mit dieser, aber auch unseren anderen Applikationen und Webservices wollen wir den kleinen und mittelständischen Betrieben aus dem Handwerk dabei helfen, sich gegen die großen Anbieter auf dem Lebensmittelmarkt zu behaupten."

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Text: / handwerksblatt.de

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